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Rat will keine neuen Windparks

Burgdorf Rat will keine neuen Windparks

Die sehr emotional geführte öffentliche Debatte über die Ausweisung weiterer Vorrangflächen für Windräder in Burgdorf hat in der Ratssitzung am Donnerstagabend eine unerwartete Wende genommen: Es soll vorerst keine neuen Windparks im Stadtgebiet geben.

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Die Windpark Schillerslage (BIld) und Ehlershausen-Nord sollen bis auf Weiteres die einzigen im Burgdorf bleiben sollen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Darauf haben sich die Ratsmitglieder mit großer Mehrheit verständigt. Es mache wenig Sinn, noch mehr Ökostrom zu produzieren, solange es dafür keine ausreichenden Speichermöglichkeiten gebe, argumentierten sowohl Kurt-Ulrich Schulz (WGS) als auch Hartmut Braun (Grüne). Schon jetzt produziere Deutschland bei Wind und Sonnenschein zu viel Ökostrom, der nicht einmal mehr zu verschenken sei. „Wir müssen die Menschen in unseren Dörfern schützen, auch für sie muss Artenschutz gelten“, begründete Schulz seine Forderung nach mehr als 800 Metern Abstand von Windrädern zur Wohnbebauung. Die FDP hatte sogar 1500 bis 2000 Meter Abstand gefordert.

Der Kompromiss, auf den sich die Ratspolitiker schließlich verständigten, sieht vor, dass kein Windrad näher als 1000 Meter an einen Ort heranrücken soll. „Dieser Abstand gilt auch in anderen Kommunen, zum Beispiel in Uetze und im Landkreis Celle“, sagte Schulz. Wird dann auch noch der Schutz von Milan und Schwarzstorch berücksichtigt, hat das zur Folge, dass die bestehenden zwei Windparks Schillerslage-West und Ehlershausen-Nord bis auf Weiteres die einzigen im Burgdorf bleiben sollen.

So steht es in der Stellungnahme der Stadt zum Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms, die der Rat mit großer Mehrheit verabschiedete. Nur Detlef Knauer und Simone Heller von den Grünen sowie der Sozialdemokrat Werner Bublitz sprachen sich dafür aus, neue Vorrangflächen für Windenergie östlich der Bundesstraße 3 bei Otze sowie bei Dachtmissen auszuweisen.

Als Ersatz für die von ihm gestrichenen Areale plädierte der Rat dafür, die Vorrangfläche nördlich von Ehlershausen zu erweitern. Dies hat die Region wegen des Artenschutzes und des Flugplatzes des Luftsportvereins bislang abgelehnt. Ob dort geschützte Tiere tatsächlich gefährdet sind, solle erst im Zuge des Genehmigungsverfahrens für den Bau eines Windrads geprüft werden. Zudem verlangte der Rat, dass die Region das Landschaftsschutzgebiet Otzer Bruch einbezieht, das weitab jeder Siedlung liegt. Möglich sei eine Teillöschung des Landschaftsschutzes für den Bau von Windrädern, erklärte Schulz. Der Otzer Bruch sei um ein Vielfaches größer als die jetzt vom Rat gestrichenen Vorrangflächen.

Nun liegt der Ball bei der Region Hannover, die die politischen Vorgaben des Landes umsetzen muss. Diese sehen vor, 1,4 Prozent der Gesamtfläche von Niedersachsen für die Windenergienutzung zur Verfügung zu stellen. Die Region hat auch das letzte Wort gegenüber den Kommunen in dieser Frage.

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