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Windenergie: Region folgt Stadt nicht

Burgdorf Windenergie: Region folgt Stadt nicht

Die Karten im Poker um attraktive Windradstandorte im Stadtgebiet sind neu gemischt. Der überarbeitete Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms hält eine Überraschung bereit: Die von der Stadt bevorzugte Windpark-Erweiterungsfläche nördlich von Ehlershausen hat die Region gestrichen.

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Auf den Flächen östlich von Dachtmissen (oberhalb der Hochspannungsleitung) sieht das Raumordnungsprogramm der Region nach wie vor ein Vorranggebiet für Windenergienutzung vor. Allerdings ist die Prüfung, ob dort schützenswerte Vogelarten leben, noch nicht abgeschlossen.

Quelle: Hiller

Burgdorf. Der neue Entwurf des Regionalen Raumordnungsprogramms (RROP) macht deutlich, dass die Region der Stellungnahme der Stadt zur Ausweisung von neuen Vorrangflächen für Windenergienutzung nicht gefolgt ist. Der Windpark bei Ehlershausen soll nicht erweitert werden. Dafür stehen aber die Vorrangflächen östlich von Dachtmissen sowie zwischen Otze und Schillerslage beidseitig der Bundesstraße 3 weiterhin im geänderten Entwurf.

Die Ratspolitiker hatten sich Anfang Oktober 2015 mit großer Mehrheit de facto darauf geeinigt, dass die bestehenden zwei Windparks Schillerslage-West und Ehlershausen-Nord bis auf Weiteres die einzigen in Burgdorf bleiben sollten. Denn unter der Voraussetzung, dass kein Windrad näher als 1000 Meter an einen Ort heranrückt sowie Milan und Schwarzstorch geschützt werden, waren alle neuen vorgeschlagenen Standorte für Windenergieanlagen (WEA) vom Tisch.

Als Ersatz für die von ihm gestrichenen Vorrangflächen bei Hülptingsen und Dachtmissen sowie östlich der B 3 in der Otzer Feldmark hatte der Rat vorgeschlagen, die Fläche nördlich von Ehlershausen zu erweitern. Doch dieses Areal liegt jetzt mitten in einem vorläufig gesicherten Überschwemmungsgebiet, das der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz neu ausgewiesen hat. „Da in Überschwemmungsgebieten ein generelles Bauverbot besteht, hat die Region Überschwemmungsgebiete als Standorte für WEA grundsätzlich ausgeschlossen“, erklärt Martina Behncke von der Stadtplanungsabteilung die Position der Region, die diese in einem Gespräch mit der Stadt Ende März vertrat.

Das neue Hochwasserschutzgebiet beidseits der Aue an der Regionsgrenze bezieht auch den Otzer Bruch mit ein. Die Folge: Die Chance, dort jemals – wie von den Otzern gewünscht – eine Windenergie-Vorrangfläche auszuweisen, geht gegen null. Denn der Otzer Bruch ist als Landschaftsschutzgebiet sowieso schon eine Tabuzone.

Die Prüfung, ob östlich von Dachtmissen schützenswerte Vogelarten ihren Lebensraum haben, ist noch nicht abgeschlossen. Sollte das der Fall sein, werden dort keine Windräder gebaut. Auch das Areal südöstlich von Flatmoor ist raus aus dem Katalog der Vorrangflächen – wegen des Überschwemmungsgebiets.

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