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SPD will Klimakiller aufspüren

Burgdorf SPD will Klimakiller aufspüren

Die SPD-Ratsfraktion will neuen Schwung in die Anstrengungen zum Klimaschutz in Burgdorf bringen. Sie schlägt vor, die Stadt mit einer Wärmebildkamera aus der Luft zu fotografieren, um Häuser oder ganze Stadtteile mit hohen Energieverlusten zu erkennen.

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Symbolbild

Quelle: Archiv

Burgdorf. „Das ist allemal kostengünstiger und schneller, als von jedem einzelnen Haus ein Wärmebild zu erstellen“, sagt SPD-Fraktionschef Gerald Hinz. Die Fotos dokumentierten zwar nur den Wärmeverlust der Dächer, doch würden sie einen ersten Anhaltspunkt bieten, wo eine Dämmung der Bausubstanz lohnenswert sei.

Das können sowohl die zahlreichen historischen Fachwerkbauten in der Altstadt sein, die nach dem großen Stadtbrand 1809 entstanden, als auch die „Häuser in den Wohngebieten aus den Fünfziger-, Sechziger- und Siebzigerjahren“ des 20. Jahrhunderts, sagt Hinz. Er könne sich vorstellen, dass anhand der Luftaufnahmen ganze Stadtteile mit hoher Wärmeabstrahlung sichtbar werden. Denn über das Dach eines Hauses kann viel Wärme verloren gehen.

„Ziel der sogenannten Thermografie-Befliegung ist es, die Bürger für das Thema Energieeffizienz zu sensibilisieren“, schreibt SPD-Ratsherr Werner Bublitz, der den Antrag an der Burgdorfer Rat formuliert hat. Als Beispiel führt er die Stadt Osnabrück an. Sie habe in ihrem Stadtgebiet vom Flugzeug aus mit einer speziellen Infrarotkamera die Temperatur der Dachoberflächen erfasst und die Ergebnisse über das Internet allen Bürgern zugänglich gemacht.

Es gehe der SPD darum, das Ziel des „Masterplans 100% für den Klimaschutz der Region Hannover“, den Energieverbrauch bis 2050 zu halbieren, voranzutreiben. Der Burgdorfer Rat hatte im Dezember 2013 beschlossen, sich am Masterplan zu beteiligen. Dafür wurde gemeinsam mit den Experten der Klimaschutzagentur der Region ein Aktionsplan erarbeitet.

Einige Akteure, darunter die Stadt, die Kirchen, Vereine und Unternehmen, haben erste Maßnahmen des Klimaschutz-Aktionsprogramms umgesetzt - hier einige Beispiele:

  • Der städtische Klimaschutzmanager hat inzwischen seine Arbeit aufgenommen.
  • Am Zilleweg entsteht die erste Passivhaussiedlung der Stadt.
  • Auf der Kläranlage baut die Stadt einen Faulturm, um den Klärschlamm zur Energieerzeugung zu nutzen.
  • Auf öffentlichen und vereinseigenen Gebäuden produzieren Fotovoltaikanlagen Strom.
  • Die Straßenbeleuchtung ist auf energiesparende LED-Technik umgestellt worden. Die Parkautomaten werden mit Solarstrom betrieben.
  • Die Schützen in Ehlershausen und Burgdorf lassen ihre Vereinsheime energetisch sanieren.
  • Stadtwerke und Stadtsparkasse haben Energiesparbriefe ausgegeben, mit deren Kauf Bürger dazu beitragen können, erneuerbare Energien zu fördern.
  • Die Ausweisung von neuen Standorten für Windräder wird momentan kontrovers diskutiert.
  • Bevor ein Flieger abhebt, um den Wärmeverlust der Häuser aus der Luft zu dokumentieren, soll laut SPD geklärt werden, was die Aktion kostet und ob die Bilder datenschutzkonform sind.
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Von Redakteur Anette Wulf-Dettmer

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