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Ortsrat fühlt sich verschaukelt

Burgdorf Ortsrat fühlt sich verschaukelt

Scharfe Kritik hat sich die Stadtverwaltung in der Sitzung des Schillerslager Ortsrats anhören müssen. Der jetzt geplante Bewertungskatalog für die Ausweisung von Bauland in den Ortsteilen sei für ihn ein Verhinderungsprogramm, sagte Ortsbürgermeister Manfred Dunker.

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„Nördlich Zille“ ist das jüngste Neubaugebiet Burgdorfs – es liegt in der Kernstadt.

Quelle: Sandra Köhler

Schillerslage.  
„Wir sind seit fünf Jahren mit der Ausweisung von Baugrundstücken in Schillerslage nicht einen Schritt weitergekommen“, kritisierte Dunker (CDU) am Donnerstagabend: „Sollen wir jetzt noch einmal fünf Jahre warten?“ Denn der Aufwand für das neue Konzept sei seiner Ansicht nach groß und die personellen Ressourcen der Planungsabteilung begrenzt.

Dabei will die Stadtverwaltung mit dem geplanten Bewertungskatalog für die Ausweisung von Bauland in den Ortsteilen genau das Gegenteil erreichen: Der Prozess soll beschleunigt werden. Gelingen soll das mit einem Kurswechsel. Bislang hat die Stadt die Dörfer, die sich Neubaugebiete wünschen, immer wieder vertröstet: Erst müsse der Flächennutzungsplan neu aufgestellt werden, dann könne man über neues Bauland entscheiden.

Nach dem neuen Konzept soll der bestehende Flächennutzungsplan  „ortsteil- oder themenbezogen“ geändert werden. „Dies ermöglicht ein flexibleres Vorgehen als die Aufstellung eines neuen Gesamtplans“, argumentierte Martina Behncke, Leiterin der Stadtplanungsabteilung. Zudem wolle man die Politik – Bauausschuss, Ortsräte und Ortsvorsteher – stärker einbinden. Sie sind aufgefordert, die Bewertungskriterien und möglichst auch deren Gewichtung zu benennen. Anhand derer soll dann entschieden werden, in welchem Ortsteil als Nächstes ein Wohnbaugebiet entwickelt wird.

„Die CDU ist sehr überrascht über das Konzept“, sagte Ortsratsmitglied Barthold Plaß. „Offenbar wollen sie die Ortsteile gegeneinander ausspielen.“ Er schlug deshalb vor, alle an einen Tisch zu holen, um gemeinsam über eine Prioritätenliste zu entscheiden. Bisher ist geplant, dass sich die Ortsräte Schillerslage, Ramlingen-Ehlershausen und Otze in ihren jeweiligen Sitzungen mit dem Thema befassen.

Warum werde jetzt wieder von vorn angefangen, schließlich lägen die Schillerslager Kriterien seit fünf Jahren auf dem Tisch, wollte auch Volker Plaß (WGS) wissen. „Durch das neue Programm gibt es noch mal eine Verzögerung“, befürchtet er. „Wir versuchen nicht, Sie hinzuhalten“, sagte Erster Stadtrat Lutz Phillips.

„Aber Dinge, die die Kernstadt betrafen, sind schneller durchgegangen“, sagte Dunker. Priorität habe nun mal die Kernstadt, erwiderte Behncke und verwies auf das Integrierte Stadtentwicklungskonzept und das Regionale Raumordnungsprogramm. Die Eigenentwicklung der Ortschaften komme erst an dritter Stelle, stellte sie klar.

Barthold Plaß (CDU) wollte wissen, wie der weitere Zeitplan aussieht. Sie hoffe, den Bewertungskatalog Anfang 2017 vorstellen zu können, stellte Behncke in Aussicht.

Kommentar: Es muss nicht immer ein Neubaugebiet sein

Neubaugebiete sollen junge Leute in den Dörfern halten oder sie dorthin locken. Ein verständlicher Wunsch – schließlich braucht es für funktionierende Dorfgemeinschaften und den Erhalt der Infrastruktur junge Familien. Doch die Ressourcen Burgdorfs sind begrenzt – nicht nur arbeitstechnisch in der Verwaltung, sondern auch flächenmäßig. Statt immer mehr Land zu verbrauchen, könnte die Stadt sich am kommunalen Förderprogramm „Jung kauft Alt – junge Menschen kaufen alte Häuser“ beteiligen. Bundesweit gehen bereits zahlreiche Kommunen diesen Weg.

Die Vorteile: Ein Ausbluten der Ortskerne wird verhindert. Neubürger wohnen direkt neben Alteingesessenen, sodass sie sich schnell im Dorf einleben können. Bei Neubaugebieten ist das weitaus schwieriger. Ein Beispiel dafür ist Hülptingsen.

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