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Schülerinnen sind Paten für Flüchtlinge

Burgdorf Schülerinnen sind Paten für Flüchtlinge

Zwei Gymnasiastinnen haben Patenschaften für Flüchtlingskinder übernommen. Mit Mitschülerinnen bieten sie zudem einen Spieletreff für Drei- bis Zwölfjährige an.

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Ein Herz und eine Seele: Houkr (von links), Marlene Wieker, Areen, Lynn Klockow, Marie Sievert, Sabri (oben), Barakat (verdeckt), Amad und Barzan.

Quelle: privat

Burgdorf. Die 15 Jahre alte Marlene Wieker ist familiär vorbelastet. Ihre Mutter Uschi ist Koordinatorin im Mehrgenerationenhaus an der Gartenstraße. Dort ist die Flüchtlingsarbeit allgegenwärtig. Auch daheim in Sorgensen gehen Flüchtlinge ein und aus. Da verwundert es nicht, dass Marlene, die mit jugendlichen Flüchtlingen bereits ein vom Land gefördertes und über Burgdorfs Grenzen hinaus beachtetes Theaterprojekt zum Thema Heimat auf die Bühne brachte, keine Berührungsängste hat.

Marlene und ihre Freundin Lynn Klockow (16) aus Ahrbeck haben bereits im Juli Patenschaften für Kinder aus Syrien übernommen. Marlene übernimmt Verantwortung für die siebenjährige Areen. Lynn kümmert sich um die Belange des sechs Jahre alten Houkr. Mit ihren Schulfreundinnen Aniska, Marie und Margayta organisieren sie obendrein jeden Dienstagnachmittag im Mehrgenerationenhaus einen Spieletreff.

Die Gymnasiastinnen, alle besuchen den elften Jahrgang, lassen sich immer etwas Neues einfallen, womit sie die Kinder beschäftigen. Am jüngsten Dienstag bastelten die alle mit Kastanien. Ein anderes Mal stellen sie mit ihren Schützlingen Windräder her. Dann wieder Laternen. So geben sie automatisch deutsche Kultur weiter.

Marlene und Lynn nehmen ihre Patenkinder auch schon mal in die Arme oder auf den Schoß. Für die Kinder sind sie neben deren Eltern längst wichtige Bezugspersonen. Die Kinder suchen ihre Nähe. „Für eine Patenschaft muss es emotional passen“, sagt Marlene.

Auch für die Eltern sind sie bedeutende Ansprechpartner. Etwa wenn Marlene mit einer Vollmacht im Gepäck beim Elternsprechtag der Vorschule aufkreuzt, die Areen besucht. Dort vertritt sie Vater und Mutter und gibt anschließend weiter, was die Eltern wissen müssen. Wie Marlene besucht Lynn ihr Patenkind auch daheim, oder geht mit ihm auf den Spielplatz oder zum Bundesliga-Handballspiel der Recken. „Man hilft, wo man kann“, sagt Lynn abgeklärt.

Wer nimmt Kinder auf?

Die Stadt erwartet minderjährige Asylsuchende, die sich auf eigene Faust aus Krisengebieten nach Deutschland durchgeschlagen haben. Das Jugendamt muss diese Kinder in Obhut nehmen und gegebenenfalls an Pflegefamilien vermitteln. Flüchtlingskinder haben Anspruch auf Unterkunft, Gesundheitsversorgung und Schulbildung. Die Stadt und das Mehrgenerationenhaus wollen nun am Mittwoch, 28. Oktober, über die Aufnahme minderjähriger Flüchtlinge informieren, und zwar ab 17 Uhr im Saal des Schlosses. Das Jugendamt bittet um Anmeldung per E-Mail an jugendamtburgdorf.de sowie bei Jens Niemann, Telefon (05136) 898327.

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Von Redakteur Joachim Dege

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