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Lesementoren dringend gesucht

Burgdorf Lesementoren dringend gesucht

Mit rund 40 Lesementoren gibt es an Burgdorfs Grundschulen schon recht viele Lesehelfer. Gleichwohl sind es bei Weitem nicht genug. Die Gründe: Immer mehr Kinder brauchen die Förderung und diejenigen, die sie bekommen, brauchen sie immer länger.

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Die Lesementorinnen Birgitt Schönfeld (von links), Hiltrud Dannheim, Ina von Riegen und Maren Schmudlach tauschen sich über Materialien zur Leseförderung aus.

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. Die Lage hat sich zudem verschärft, weil einige erfahrene Mentoren aus privaten Gründen derzeit nicht mit Kindern Lesen üben können. Noch vor einem Jahr haben die Lesehelfer fast 60 Kinder betreut, doch inzwischen reicht die Kapazität der Ehrenamtlichen nur noch für etwa 40 Schüler. Das haben jetzt die Organisatorinnen Ina von Riegen und Maren Schmudlach berichtet.

Wie viele Lesementoren noch gebraucht werden, können von Riegen. Mentorin an der Astrid-Lindgren-Grundschule, und Schmudlach, Mentorin der Grundschule an der Gartenstraße, nicht sagen. Zusammen mit den Mentorinnen Birgitt Schönfeld und Hiltrud Dannheim schätzen sie, dass jede Grundschule weitere fünf bis 15 Mentoren einsetzen könnte. Es kämen ständig neue Anfragen von den Schulen, sagen die vier Ehrenamtlichen übereinstimmend. "Wo immer es einen neuen Mentor gibt, gibt es auch ein Kind, das ihn braucht."

Etwa 60 Prozent der Kinder, die die Leseförderung derzeit bekommen, haben einen Migrationshintergrund. Meist sind sie türkischer oder syrischer Herkunft. Diese Kinder sprächen zu Hause oftmals kein Deutsch, benennt Schönfeld ein Grundproblem. Das könne selbst Kinder betreffen, deren Eltern bereits in Deutschland aufgewachsen sind, ergänzt von Riegen.

Sinnvoll ist die Teilnahme an dem Programm für die Kinder erst, wenn sie Vorkenntnisse in der Sprache haben. "90 Prozent der Kinder können lesen, aber verstehen nicht, was sie da lesen", sagt von Riegen. In den vergangenen Jahren habe sich die Tätigkeit der Mentoren zu einem Grenzgang zwischen Leseförderung und Nachhilfe entwickelt. Nachhilfe aber wollen die Lesehelfer nicht geben. Auch Disziplinprobleme machen den Mentoren bisweilen zu schaffen.

Das Wichtigste sei, bei den Kindern die Freude am Lesen zu wecken, sagt Dannheim. Dazu haben die Lesementoren maximal eine Stunde pro Woche Gelegenheit. Meist liest zunächst der Mentor vor, dann werden die Begriffe im Text geklärt, sich unterhalten und dann liest das Kind selbst. 

Wer Interesse daran hat, Mentor zu werden, sollte zunächst hospitieren, um einen Eindruck von der Aufgabe zu gewinnen, raten die erfahrenen Mentorinnen. Wer sich dann engagieren will, besucht ein fünfstündiges Einstiegsseminar in Hannover und braucht mindestens zwei weitere Stunden Hospitation, bevor er meist pro Woche eine Stunde mit einem Kind arbeitet. Manche Mentoren betreuen auch zwei Kinder.

Ein Mal pro Monat haben die Mentoren zu dem die Möglichkeit, sich zum Erfahrungsaustausch zu treffen. Ein Mal im Jahr bietet die Projektgruppe Lesementoren des Kinderschutzbunds Burgdorf die Möglichkeit zur Fortbildung an.

Wer sich für die Mentorenaufgabe interessiert, kann sich dort  unter Telefon (0 51 36) 21 31 melden

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