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Schulleiter versendet Wahlaufruf

Burgdorf Schulleiter versendet Wahlaufruf

Die Landtagswahl hat ein Nachspiel: SPD und Grüne in Burgdorf sind verärgert über den Leiter des Gymnasiums, Michael Loske. Dieser sandte unmittelbar vor der Wahl einen Aufruf an die Eltern seiner Schule, Rot-Grün abzuwählen.

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Michael Loske, Schulleiter des Gymnasiums und Vorsitzender der Regionalgruppe Hannover in der Niedersächsischen Direktorenvereinigung, lässt kurz vor der Landtagswahl eine Kampfschrift gegen Rot-Grün an Eltern weiterverbreiten.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Eine Weiterleitung mit Folgen: Weil Michael Loske als Leiter des Gymnasiums zwei Tage vor der Landtagswahl einen Wahlaufruf der Niedersächsischen Direktorenvereinigung (NDV) den Eltern seiner Schule zugänglich gemacht hat, zeigen sich SPD und Grüne im Rat der Stadt empört. Sprecher beider Parteien sehen die Zusammenarbeit mit Loske und dem Leitungsteam des Schulelternrats des Gymnasiums als gestört an.

Der Wahlaufruf, den die NDV am vergangenen Freitag als Pressemitteilung an die Medien versandte, hatte es in sich: NDV-Vorsitzender Wolfgang Schimpf, in Göttingen Leiter des Max-Planck-Gymnasiums, spricht darin von einem „Aus für das Gymnasium als Schulform“, käme es zu einer sich abzeichnenden Koalition von SPD, und Grünen mit der Linkspartei. Die rot-grüne Kultuspolitik der vergangenen fünf Jahre sei gescheitert und gezeichnet von „grundsätzlicher Gymnasialfeindlichkeit“. Ein Wechsel sei das „Gebot der Stunde“, heißt es in dem Papier.

Loske ist kein einfaches NDV-Mitglied. Er steht an der Spitze der Regionalgruppe Hannover. Schimpfs Kampfschrift leitete er noch am Freitagabend an den Personalrat des Gymnasiums sowie an das Leitungsteam des Schulelternrats weiter. Das sei „ganz normal“, findet Loske. Schließlich gebe er auch Informationen der Gewerkschaft und des Philologenverbands an die Elternschaft weiter, damit diese informiert sei.

Der Schulelternrat sandte das Papier „unzensiert“, wie Leitungsteamsprecher Carsten Eggers betont, umgehend an alle Elternvertreter weiter, wie es übliche Praxis mit allen Informationen der Schulleitung sei. Vor dort gelangte es zu Eltern ohne jedes Vertretungsmandat. Ein Elternteil fragte schließlich bei den Grünen an, was das solle. Auch Eggers bestätigt, dass sich Eltern kritisch geäußert hätten.

Die Grünen sehen „das Gebot der parteipolitischen Neutralität der Schule nicht gewahrt“, heißt es in einer Mitteilung des Vorsitzendentandems Sinja Münzberg und Fabian Heller zu dem Vorgang. „Dadurch empfinden wir die bisherige vertrauensvolle Zusammenarbeit als gestört.“ Die Grünen wollten nun juristisch klären lassen, „ob das Verhalten des Schulleiters von Recht und Gesetz gedeckt ist“, kündigt Münzberg an. Ihr Parteifreund Hartmut Braun will das Thema in dieser Woche im Schulausschuss des Rates ansprechen. Pikiert reagierte auch SPD-Ratsfraktionschef Gerald Hinz, der in Loskes Verhalten einen „Affront“ erkennt.

Loske räumt inzwischen ein, dass es womöglich ein Fehler gewesen sei, den NDV-Wahlaufruf weiterzuverbreiten. Die inhaltlichen Aussagen teile er so nicht, zumal sie nicht auf die Situation in Burgdorf übertragbar seien.

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