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Weniger Unterricht und gar kein Physik

Burgdorf Weniger Unterricht und gar kein Physik

Die Stundenpläne stehen - meistens jedenfalls. Denn der Mangel an Fachlehrern wirkt sich auch auf die weiterführenden Schulen in Burgdorf aus, wie jetzt etliche Mütter und Väter bei den Elternabenden erfuhren. So gibt es an der Realschule in diesem Schuljahr keinen Physiklehrer.

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Wegen einer unzureichenden Lehrerversorgung fallen zurzeit etliche Stunden in den weiterführenden Schulen aus.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. "Wir können den Unterricht nicht so abhalten, wie wir das gerne möchten", sagt Kai Klinge, Leiter der Realschule. Die Landesschulbehörde betrachte seine Schule, die IGS und die Hauptschule als Einheit, sodass die Lehrerversorgung ausgeglichen werden musste. Die Realschule gab 60 Wochenstunden ab und erhielt dafür im Gegenzug 24 Mathematikstunden. "Wir hatten aber dafür keinen Fachlehrer", sagt Klinge.

Er und seine Kollegen informierten die Eltern mit einem Brief über die Situation, denn die Verfügungsstunden der Klassenlehrer im Jahrgang 8 und 9 fallen ebenso aus wie alle Physikstunden und das Wahlpflichtband, Förderunterricht und Nachmittagsangebote der offenen Ganztagsschule. "Ich habe noch nie erlebt, dass die Stundentafel gekürzt werden musste", sagt Klinge, doch das sei nun der Fall. Bis zu fünf Stunden weniger als normal fänden sich auf dem Plan der beiden Jahrgänge.

Diese Information sorgte bei den Müttern und Vätern, die in dieser Woche an den Elternabenden teilnahmen, für Fassungslosigkeit. In öffentlichen Foren diskutieren die Eltern, wie die Schüler den regulären Stoff lernen sollen, ob die Bewertung der Leistung nach zum Teil nur drei Unterrichtsstunden in einem Halbjahr das wirkliche Können widerspiegelt und welchen Wert am ein Schulabschluss wirklich hat.

Wie auch die Realschul-Eltern sehen die der Gymnasiasten das Versäumnis nicht bei den Lehrern, sondern der Landesschulbehörde. Deshalb kritisiert der Schulelternrat des Gymnasiums die Behörde in einem Schreiben: "Dieses Planungsversagen führt zu Unterrichtsausfall für unsere Kinder, der uns als Eltern überaus empört, aber auch zu unnötigem Arbeitsaufwand führt, der wieder mal von den jetzt schon ausgelasteten Lehrern abgefangen werden muss."

Klinge erwartet zum nächsten Halbjahr einige Berufsrückkehrer und damit eine Entspannung. Auch Michael Loske, Leiter des Gymnasiums, hofft, "zum zweiten Halbjahr mindestens drei Planstellen zu bekommen, um wieder zu einer auskömmlichen Unterrichtsversorgung zu gelangen", wie er im Newsletter der Schule schreibt. Dabei gehe es vor allem um Informatik und Erdkunde.

Vom Gymnasium kommen einige der Lehrer, die an der jetzt benachbarten Realschule auch Mathematik unterrichten. Diesem Umstand gewinnen Loske und Klinge durchaus Positives ab: "Das ist eine gute Erfahrung, so haben wir in einer gemeinsamen Dienstberatung zum Beispiel die Curricula abgesprochen", sagt Loske.

Die Lehrer an IGS und Hauptschule können den Pflichtunterricht gewährleisten, sagt Schulleiter Rudolf Alker. Unter der Federführung der Landesschulbehörde habe es Abordnungen gegeben, manche Fächer wie Physik und Mathematik könnten aber nicht besetzt werden, weil es schlicht keine Lehrer dafür gebe. Deshalb seien die IGS-Lehrer bereit, andere Fächer zu unterrichten, bis unter anderem die sieben landesweit ausgeschriebenen Stellen besetzt seien. Unterrichtsausfall gebe es kaum: "Dafür haben wir ein Vertretungskonzept", sagt Alker. Er rechnet damit, dass die derzeit vakante Stelle des Fachbereichsleiters Naturwissenschaften zum 1. Februar 2018 besetzt werden kann.

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