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Dreiste Blumendiebe sorgen für Frust

Burgdorf Dreiste Blumendiebe sorgen für Frust

Seit 19 Jahren pflanzt Landwirt Carsten Lahmann ungezählte Blumen zum Selberpflücken an. Doch die Ehrlichkeit der Kunden lässt zunehmend nach - wie der Otzer ernüchtert und frustriert sagt.

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Ernste Information humorvoll verpackt: Doch das interessiert die Blumendiebe nicht.

Quelle: Bismark

Otze. Dahlien und Gladiolen blühen in ganz unterschiedlichen Farben auf dem etwa 10.000 Quadratmeter großen Grundstück an der Ortsdurchfahrt. Wer in die Straße Am Tunnel einbiegt, kann komfortabel am Feld parken und sich die Blumen mit Messern abschneiden, die Lahmann dort deponiert hat. Inzwischen finden sich neben den Messern aber auch Zettel, die vom tiefen Frust des Landwirts zeugen - so humorvoll er sie auch formuliert.

So lesen die Blumenfreunde: "Wir bevorzugen Euro, denn damit können wir das Saatgut, die Mitarbeiter und die Pflege bezahlen." Auf einem anderen Zettel hat Lahmann notiert: "Haben wir mittlerweile ausreichend: Unterlegscheiben, Schrauben, Chips für Einkaufwagen, Geld aus fernen Ländern, Kronkorken, Cent und 2-Cent-Stücke."

Gleichwohl: Trotz genauer Anleitung zum Schneiden und zum Bezahlen missachten Kunden immer wieder das Gebot der Fairness. "Erst am Sonntag habe ich ein Paar gesehen, das sich zwei große Sträuße zusammengestellt hatte", sagt Lahmann. Er hatte kurz zuvor die Kasse geleert und schaute anschließend nach: "Genau 17 Cent habe ich gefunden." Da komme schon einmal der - schnell wieder verworfene - Gedanke auf, das Kennzeichen zu veröffentlichen.

Für den Landwirt indes spiegelt sich darin die Mentalität vieler Menschen wieder, nicht für die erbrachte Leistung bezahlen zu wollen. "Und das wiederum tut mir für die ehrlichen Kunden leid", sagt Lahmann. Mit dem Blumenanbau begann er vor 19 Jahren. "Damals hatte uns ein Saatgut-Händler auf die Idee gebracht", erinnert er sich. Das erste Feld entstand auf dem heutigen Areal, zwischenzeitlich verlegte Lahmann das Blumenfeld mehr in Richtung Burgdorf.

In diesem Jahr habe er sich mit seinen Mitarbeitern die Blumen erst später um die Blumen kümmern können: "Wir sind im Moment etwa fünf Wochen hinter anderen Landwirten, deshalb haben wir aber auch noch viele Blumen", sagt er. So sie denn nicht großflächig und kostenlos gestohlen werden. "Manches Jahr verschwinden alle Sonnenblumen über Nacht, das kann ein Privater gar nicht nutzen", berichtet Lahmann. Erwischt allerdings hat er weder die Blumendiebe noch jene, die erst vor wenigen Tagen die komplette Kasse stahlen. "Da kommt irgendwann der Gedanke auf, das Feld einzustampfen", sagt der Landwirt resigniert.

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