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Richtig schwimmen - Carmen Damker hilft

Burgdorf Richtig schwimmen - Carmen Damker hilft

"Sie sollen sich nicht nur über Wasser halten, sondern richtig schwimmen können": Mit diesem Anspruch gibt Carmen Damker seit vier Jahren an jedem Montag einen Schwimmkurs für Flüchtlinge. Mit Erfolg - wie ihre jüngste Gruppe jetzt beweist.

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Carmen Damker übt mit Harla die Schwimmbewegungen - noch vor drei Wochen traute sich das Mädchen kaum ins Wasser.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Dass die Neuankömmlinge in Burgdorf nicht baden gehen, darauf achten in der Stadt ganz unterschiedliche Institutionen, darunter das Mehrgenenerationenhaus (BMGH). Dessen Koordinatorin Uschi Wieker entwickelte vor vier Jahren die Idee eines Schwimmkurses und gewann Damker als Leiterin. "Ich hatte vorher in einem Schwimmverein trainiert und verfüge auch über das Rettungsschwimmerabzeichen", sagt die Burgdorferin. Deshalb lege sie auch großen Wert darauf, dass ihre Schüler - deren Altersspanne von der Vorschule bis zu gestandenen Vätern und Müttern reicht - die Bewegungsabläufe richtig erlernen.

Drei Monate Zeit hat die Schwimmlehrerin für diese Aufgabe, am Ende steht für einige Teilnehmer sogar das bronzene Schwimmabzeichen wie beim ersten Kurs. "Damals nahmen vor allem junge Männer aus Afghanistan teil, die sehr sportlich waren", erinnert sich Damker. Sie schafften den Test ohne Probleme.

In ihrer jetzigen Gruppe hingegen finden sich viele Kinder mit ihren Vätern: "Daran lässt sich eine Entwicklung ablesen", hat Damker festgestellt, denn das seien jetzt zum großen Teil die Familien der Geflüchteten, die nun nachgezogen seien. Zu den jüngsten gehört Shirin, die mit großem Spaß ihrem Vater im Becken folgt. Dass das Mädchen lacht, freut die Schwimmlehrerin fast genauso wie die richtigen Bewegungen: "Als Shirin kam, hatte sie fast ein versteinertes Gesicht wegen ihrer Erlebnisse", berichtet Damker. Stolz ist sie auch auf Harla und die anderen Kinder, die ihre Scheu vor dem Wasser überwunden haben. Die Geübten dürfen deshalb an diesem Montag auch die Rutsche nutzen, während die Untrainierten noch unter Damkers Aufsicht die Beinschere üben.

Der Kurs starte stets mit Informationen über Bademode und Regel im Schwimmbad, die sie ihren Schützlingen dank des BMGH in Dari, Arabisch, Türkisch und Tigrinya als Handzettel mitgeben kann. Dann folgten die Trockenübungen an Land, sagt Damker und fügt schmunzelnd hinzu, dass dies für einige Teilnehmer die ersten Herausforderungen in puncto Koordination seien. Im Becken trainiert die Gruppen sicherheitshalber erst am Rand, doch schon bald ziehen die ersten ihre Bahnen. "Das klappt immer wieder gut", ist die Lehrerin zufrieden.

Sie vermittelt ihren Schützlingen auch, dass das Schwimmen und Baden ein Sport und ein Kulturgut sind. "Das Schönste für mich ist, wenn ich ins Bad komme und die Familien hier im Wasser toben", sagt sie.

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