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Der Rollator als Tanzpartner

Burgdorf Der Rollator als Tanzpartner

Tanzen trotz Rollator? Dass dies funktioniert und auch noch Spaß macht, erleben die Bewohner des Seniorenpflegeheims Helenenhof mit Tanzlehrerin Nadine Gehlhaar. Ihren ersten öffentlichen Auftritt haben die Rollatortänzer beim Sommerfest am 27. August.

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Der Rollator eignet sich auch zum Tanzen – wie, das zeigt Tanzlehrerin Nadine Gehlhaar (Zweite von links) den Senioren im Helenenhof.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Getanzt wird einmal in der Woche: Wenn Nadine Gehlhaar in den Speisesaal des Helenenhofs kommt, warten die Senioren meistens schon auf sie. Zwar sind die Frauen in der Überzahl, aber unter den rund 14 Tanzkursteilnehmern sind auch vier Männer.

Für Kirsten Peisker, psychosoziale Betreuerin im Helenhof, ein beachtlicher Umstand, denn erfahrungsgemäß würden Männer ja nicht so gern tanzen. „Nadine Gehlhaar macht das wirklich gut. Sie macht deutliche Ansagen, die auch laut genug sind“, sagt Peisker, die mit zwei weiteren Heimmitarbeiterinnen den Tanzkurs begleitet.

Die Rückmeldungen der Rollatortänzer seien durchweg sehr positiv.
„Ich warte schon immer darauf, denn früher habe ich auch gern getanzt, als es noch ohne Rollator ging“, erzählt Anneliese Koschmieder. „Es macht Spaß, auch wenn es nicht mehr so flott geht“, ergänzt Roland Altsinger. „Wir müssen ja beschäftigt sein“, sagt Heinz Neumann.

Tanzlehrerin Gehlhaar studiert mit ihren Schülern und Schülerinnen, die alle jenseits der 80 sind, einen Tanz im Walzerrhythmus ein. Der Rollator ersetzt dabei den Tanzpartner. Das Gefährt wird im Wiegeschritt vor und zurück gerollt, es wird mit den Händen im Takt geklatscht und mit den Armen ein Kreis beschrieben. Um Farbe in den Tanz zu bringen, verteilt Gehlhaar bunte Tücher, die die Tänzer und Tänzerinnen mit elegantem Schwung in die Luft werfen.

Die Tanzlehrerin findet für ihre kleine Truppe nur lobende Worte: „Ich bin sehr zufrieden mit den Fortschritten.“ Wie gut sie mit ihrem Rollator tanzen können, zeigen die Senioren beim Fest der Begegnung am Sonnabend, 27. August, und beim Gesundheitstag im StadtHaus am 23. Oktober.

Der Rollatortanz dient nicht allein der Unterhaltung, sondern trainiert ganz nebenbei auch noch Kopf und Körper. „Das ist tänzerisches Kopftraining: Die Überkreuzbewegungen fördern die Zusammenarbeit der rechten und der linken Hirnhälfte und die Choreografie das Gedächtnis“, zählt Gehlhaar auf. Zudem erhalte das Tanzen das Gefühl für den eigenen Körper, jenseits aller Zipperlein. „Mit Musik vergisst man seine Schmerzen, denn der Rhythmus erleichtere die Bewegung.“

Wenn sich die 35-Jährige nach einer Stunde mit kleinen Luftküsschen verabschiedet, zaubert das ein Lächeln auf die Gesichter ihrer Eleven.

Sommerfest im Helenenhof

Das Seniorenpflegeheim Helenenhof öffnet am Sonnabend, 27. August, seine Türen für Besucher. Von 13.30 bis 17 Uhr werden die Gäste unterhalten mit Musik, Tanz und kulinarischen Leckereien. Um 14 Uhr ist der große Auftritt der Rollatortänzer. Ab 15 Uhr gibt der Hohner-Ring Burgdorf ein Akkordeonkonzert.

Das Pflegeheim lädt zum Rundgang durch seinen Kräutergarten mit Verkostung ein. Zudem werden Führungen durchs Haus angeboten. Das Helenenhofteam serviert Sommercocktails, Kaffee und Kuchen sowie deftige Spanferkelbrötchen.

Die fliegende Tanzlehrerin

Nadine Gehlhaar bezeichnet sich selbst als fliegende Tanzlehrerin. Vor gut zwei Jahren hat sie sich mit ihrer Unternehmensidee selbstständig gemacht. Gehlhaar, die in Burgdorf wohnt, kommt zu ihren Schülern ins Haus. „Mich buchen zum Beispiel Paare, die ihre Tanzkenntnisse für die Hochzeit auffrischen oder dafür sogar eine Freakshow einstudieren wollen.“

Als ausgebildeter Zumba-Instructor wird sie auch von Vereinen und Fitnessstudios gebucht – oder eben von Seniorenheimen. In Peine ist Gehlhaar ebenfalls in Sachen Rollatortanz unterwegs – und zwar mit beachtlichem Erfolg. Sie sei so gut wie ausgebucht, berichtet die 35-Jährige, die vor allem vormittags arbeitet, um sich am Nachmittag um ihren vierjährigen Sohn zu kümmern.

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