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Unterricht soll sofort beginnen

Burgdorf Unterricht soll sofort beginnen

Die Burgdorfer Schulen rücken zusammen, damit Flüchtlinge die nötige Sprachförderung bekommen. Insgesamt wollen die Schulen bei der Landesschulbehörde vier Sprachlernklassen beantragen. Als Sofortmaßnahme beginnen Lehrkräfte zum Teil ehrenamtlich schon in der übernächsten Woche mit dem Unterricht.

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Schon übernächste Woche wollen die Pädagogen - teils im Ehrenamt - mit dem Sprachunterricht beginnen.

Quelle: dpa

Burgdorf. Mit den Neuankömmlingen stehen die Schulen der Stadt vor großen Herausforderungen. Die Hauptschule, Realschule, die IGS und das Gymnasium müssen insgesamt rund 30 Schüler fremder Herkunft unterrichten. Noch einmal ebenso viele Kinder sind es in den Grundschulen. Dabei ist vor allem Unterstützung in den Grundlagen gefragt. Das Gymnasium beispielsweise verzeichnete in den vergangenen zwei Wochen verstärkt Anmeldungen von Kindern und Jugendlichen, die weder Deutsch- noch Englisch-Kenntnisse mitbringen und zudem auch die lateinische Schrift nicht beherrschen. Eine Verständigung ist nur mit Zeichensprache möglich. „Ich möchte die Schüler so aufnehmen, dass sie eine Perspektive haben“, sagte Schulleiter Michael Loske jetzt in einem Pressegespräch. Loske regte deshalb ein Treffen aller Burgdorfer Schulleiter und der Stadtverwaltung an, um eine gemeinsame Strategie zu entwickeln.

Die Schulleiter haben sich nun darauf verständigt, dass die Realschule und die Gudrun-Pausewang-Grundschule Anträge auf jeweils zwei Sprachlernklassen bei der Landesschulbehörde stellen. In diesen Klassen werden die Flüchtlinge aus mehreren Schulen gemeinsam unterrichtet. Dort können die Flüchtlingskinder drei bis sechs Monate, in Ausnahmefällen auch bis zu einem Jahr, Deutsch lernen und dann in den gewöhnlichen Unterricht integriert werden. Stellen für Lehrkräfte solcher Klassen soll es noch geben, Bewerber allerdings derzeit nicht. Damit in der Wartezeit auf solchen Förderunterricht bei den neuen Schülern aber keine Frustrationen aufkommen, wollen die Schulen dennoch sofort mit dem Sprachunterricht beginnen. Dafür werden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt, die ab übernächster Woche jeweils an zwei Tagen sechs Schulstunden Förderunterricht bekommen. Neun Lehrkräfte des Gymnasiums unterrichten ehrenamtlich jeweils im Tandem eine dieser Gruppen in Kooperation mit dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus. Für die andere Gruppe zeichnen drei Pädagogen von Haupt- und Realschule verantwortlich, zum Teil ebenfalls im Ehrenamt. Hinzu kommen später Fördermaßnahmen an den jeweiligen Schulen wie beispielsweise Sprachpaten am Gymnasium.

Um die Übersicht zu behalten, melden die Schulen fortan die Anmeldungen von Flüchtlingskindern an die Sozialabteilung der Stadt, die fortan ein zentrales Register führt. Die Ordnungsbehörde ist für die altersgemäße Einstufung der Kinder verantwortlich. Schulpflichtige Schüler von 15 bis 17 Jahren sollen zunächst grundsätzlich von den Berufsbildenden Schulen aufgenommen werden.

Offen ist noch, wie und von wem die Flüchtlingsfamilien längerfristig hinsichtlich der Wahl der Schulform für ihre Kinder beraten werden. Diese Beratung soll sicherstellen, dass Flüchtlingskinder nicht abgewiesen werden müssen, weil sie an einer Schule angemeldet werden sollen, für die sie nicht die nötigen Voraussetzungen mitbringen. Das Gymnasium stellt sich bereits darauf ein, auch in Zukunft Kinder ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen aufzunehmen. Alle Lehrkräfte der letzten drei Neueinstellungen bringen das Fach „Deutsch als Zweitsprache“ mit.

von Stefan Heinze

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Von Redakteur Sarah Dettmer

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