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Stadt: Anwohner sollen Grünpflege einstellen

Burgdorf Stadt: Anwohner sollen Grünpflege einstellen

Jahrelang haben Anlieger der Straße Vor dem Celler Tor den Grünstreifen vor ihrer Haustür gepflegt - nun fordert die Stadt sie in einem Schreiben auf, diese Arbeiten künftig zu unterlassen. Das sorgt für Unmut bei den Anwohnern, doch die Verwaltung sieht keine Alternative zu ihrer Forderung.

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Gegen Stolperkanten: Die Stadt hat an Bereichen der Straße Vor dem Celler Tor neue Erde anfahren lassen - und bittet Anwohner, den Grünstreifen nicht mehr zu pflegen.

Quelle: Bismark

Burgdorf. "Die Verwaltung sollte im Umgang mit ihren Bürgern mehr Fingerspitzengefühl beweisen", sagte SPD-Ratsherr Klaus-Dieter Morich, der den Brief an die Anwohner im Umweltausschuss am Donnerstag thematisiert hatte. Er wohne selbst an der Straße, deshalb hätten ihn die Anwohner angesprochen. "Sie haben die Anlage gut 40 Jahre lang mustergültig gepflegt, sie fühlen sich nun sehr enttäuscht", sagte er und zitierte aus dem Schreiben. Darin heißt es unter anderem, dass der Gärtnerbauhof neue Erde angefahren und Rasen ausgesät habe - weil die Anlieger offenbar beim Beseitigen des "Auswuchses" zu viel Erde mit entsorgt hätten. Sie sollten deshalb die Grünpflege in Zukunft der Stadt überlassen.

"So gut die Arbeit von den Anwohnern auch gemeint war: Sie haben Unfallgefahrenstellen geschaffen", sagte Rainer Herbst,  im Rathaus für die Bereiche Tiefbau, Straßen und Grünflächen zuständig. Denn zwischen dem Gehweg und dem Grünstreifen seien im Laufe der Jahre bis zu drei Zentimeter hohe Stolperfallen entstanden. "Das können wir nicht ignorieren", betonte Herbst und fügte hinzu: Es gebe die Tendenz, dass immer mehr Menschen, die im öffentlichen Raum zu Schaden kämen, eine Klage anstrebten. "Weder meine Mitarbeiter und ich noch der Bürgermeister wollen vor Gericht stehen." Deshalb habe sich seine Behörde entschlossen, die Anwohner anzuschreiben.

Diese reagieren auch in einem Schreiben an die Verwaltung erbost: "Es ist kein Aufwuchs entfernt worden, sondern wir, die Anlieger, haben diesen Streifen 40 Jahre gepflegt, von Hundekot, Müll, Zigarettenkippen und sonstigem Unrat beseitigt." Dabei habe es ein geringes Maß an Erdabtragung gegeben - keinesfalls aber seien Stolperfallen entstanden. Diese gebe es hingegen auf dem Gehweg, der eine erhebliche Unfallgefahr darstelle: Die Plasterung sei uneben und weise mittlerweile eine beträchtliche sprunghafte Verlegung auf, heißt es in dem Brief. "Vielleicht wäre es angebracht gewesen, sich die Situation bei einem Ortstermin einmal anzuschauen", schreiben die Anwohner, sie kündigen zugleich an, die Grünpflege nicht mehr zu übernehmen - wohl aber die Stadt auf ihre Pflichten bei der Pflege hinzuweisen.

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