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Stadt errichtet vier Häuser für 82 Flüchtlinge

Burgdorf Stadt errichtet vier Häuser für 82 Flüchtlinge

Rund 200 Menschen haben sich am Mittwochabend im Stadthaus über die geplante Flüchtlingsunterkunft am Sorgenser Dreieck informiert. Die Stadt stellte Pläne für vier Gebäude im Ferienhausstil vor. 82 Asylbewerber sollen darin ab Mai unterkommen. 

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Die Stadt Burgdorf informiert in einer Einwohnerversammlung am Mittwochabend annähernd 200 Anwohner über die geplanten Flüchtlingsunterkunft am Sorgenser Dreieck.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Einige Versammlungsteilnehmer waren mit Sorgen und Ängsten, die sie angesichts der neuen Nachbarn umtreiben, ins Stadthaus gekommen. Gleichwohl: Von wenigen Redebeiträgen abgesehen blieb die Stimmung im Saal des Veranstaltungszentrums über weite Strecken sachlich.

Vier eingeschossige Wohnmodule mit jeweils vier Wohneinheiten à 53 Quadratmetern will die Stadt am Sorgenser Dreieck aufstellen. Dabei soll es sich nicht um Stahlcontainer handeln, wie sie bereits am Ende der Friederikenstraße stehen. Die neuen Unterkünfte hätten eher die Anmutung von skandinavischen Ferienhäusern, sagte Stadtrat Michael Kugel.

Nach Kugels Aussagen sollen dort vorrangig Familien ein Dach über dem Kopf erhalten. Sicher sei das aber noch nicht, da die Stadt gar nicht wisse, wer letztlich kommt: „Wir werden versuchen, das dort zu realisieren.“

Die Stadt machte klar, unter welchem Druck sie in diesen Tagen steht. Die Flüchtlinge stünden vor den Toren der Stadt, schilderte Bürgermeister Alfred Baxmann die Situation. Bis Ende März habe Burgdorf 100 Menschen aus Krisengebieten aufzunehmen und unterzubringen. Bis Ende des Jahres könnten bis zu 1200 Asylbewerber kommen. „Wir müssen uns auf alle Eventualitäten einstellen“, sagte Baxmann.

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Wie ernst die Lage zu sein scheint, verdeutlichte die Ankündigung von Stadtrat Kugel, dass schon am Morgen nach der Versammlung die ersten Lastwagen am Sorgenser Dreieck vorfahren und Kies für den Untergrund der Häuser abladen würden. Alle der für Flüchtlingsunterkünfte als tauglich identifizierten Standorte würden benötigt und seien „nicht mehr verhandelbar“. Über die Ausgestaltung könne und wolle die Stadt aber mit den Bürgern sprechen. Konstruktive Vorschläge seien jederzeit willkommen, versicherten der Bürgermeister und sein Stadtrat.

Solche Vorschläge kamen: Eine Frau, nach eigener Darstellung ehrenamtlich in der Flüchtlingsarbeit aktiv, regte an, die Stadt möge bei den Unterkünften auch Begegnungsräume schaffen. Nur dann könnten Anwohner und Flüchtlinge sich treffen und zu guter Nachbarschaft finden. Zudem könnten Deutschunterricht und eine Kinderbetreuung angeboten werden.

Ein Einwohner Sorgensens bat die Stadt darum, in der Unterkunft einen Tag der offenen Tür zu organisieren, um auf die neuen Nachbarn zugehen und diese kennenlernen zu können. Ein weiterer Anwohner bescheinigte Rat und Verwaltung, dass diese einen guten Job machten. Er ermunterte die Verantwortlichen, dem Argument, dass Integration umso besser gelinge, je weiter man die Flüchtlinge von sich wegschiebt, vehement entgegenzutreten.

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