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Stadt zahlt Sprachkurs für Flüchtlingskinder

Burgdorf Stadt zahlt Sprachkurs für Flüchtlingskinder

Die Stadt will, dass in Burgdorf gestrandete unbegleitete minderjährige Asylsuchende weiter einen dem regulären Schulbesuch vorgeschalteten Sprachkurs besuchen können. Das will sich die Stadt im Jahr 25 000 Euro kosten lassen. Bisher hatte die Arbeitsagentur die Kurskosten getragen.

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Unbegleitete minderjährige Flüchtlinge erhalten im Sportinghotel schulvorbereitenden Deutsch- und Mathematikunterricht.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Pflegeeltern, die auf Vermittlung des Jugendamts betroffene Flüchtlingskinder bei sich aufgenommen haben, hatten Alarm geschlagen. Ein Förderprogramm der Bundesagentur für Arbeit, aus dem der Sprachkurs im Sportinghotel für die jugendlichen Flüchtlinge finanziert worden war, war Ende Februar ausgelaufen.

Schlimmer noch: „Es gibt in Deutschland eine Schulpflicht. Die Situation ist aber so, dass die Jugendlichen an keiner Schule mehr angenommen werden. Weder Hauptschule, IGS, Realschule noch BBS sehen sich in der Lage, weitere Jugendliche aufzunehmen“, beschreibt Pflegemutter Annegret Oelschlägel, die mit ihrem Mann einen jungen Afghanen beherbergt, die aktuelle Situation.

Ähnliches berichtet Thilo Schrumpf, Vater von fünf Kindern, der einen intensiv betreuungsbedürftigen 17-jährigen Syrer aufgenommen hat. „Ohne schulisches Angebot haben wir ein Problem“, weil der Betreuungsaufwand viel höher sei als ursprünglich angenommen, sagt Schrumpf.

BBS-Schulleiter Gerhard Klaus bestätigt auf Nachfrage, dass er in Ermangelung entsprechender Kapazitäten gegenwärtig keine weiteren Flüchtlingskinder aufnehmen könne. 130 nach Burgdorf geflüchtete Jugendliche lernten zurzeit an der BBS Deutsch mit dem Ziel, in einem Ausbildungsverhältnis unterzukommen. Demnächst werde die Schule alle 2500 Firmen, mit denen sie in Kontakt steht, anschreiben und Praktikumsplätze einwerben.

Damit die minderjährigen Asylsuchenden, die das Jugendamt im Sportinghotel in Hülptingsen sowie in Familien untergebracht hat, nicht ohne jede Perspektive bleiben, handelt die Stadt. Der Verwaltungsausschuss der Stadt hatte gestern Abend über einen Eilantrag zu entscheiden, ob überplanmäßig Kosten von 25 000 Euro im Jahr zur Finanzierung eines Sprachkurses für 18 Teilnehmer bereitgestellt werden sollen. Träger soll das Kolpingbildungswerk sein, das der Stadt ein günstigeres Angebot vorlegte als die Volkshochschule.

Das Jugendamt hatte den Kommunalpolitikern die Übernahme der Kosten als „unabdingbar“ nahegelegt, „soll eine Integration junger Menschen nicht von vornherein zum Scheitern verurteilt sein“. Stadtrat Michael Kugel setzt darauf, dass die Stadt die Kosten vom Land oder vom Bund erstattet bekommt.

Dozentin Barbara Gebbe, die die Flüchtlinge mit ihrer Kollegin Katrin Wenzel zurzeit ehrenamtlich betreut, begrüßt, dass die Stadt einstweilen in die Bresche springt: „Wenn die Kinder nicht beschult werden, wäre das eine Katastrophe.“

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