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Stadt muss in Schulen Millionen investieren

Burgdorf Stadt muss in Schulen Millionen investieren

Die Stadt will zwei neue Schulen bauen und zudem den Sanierungsstau in den Grundschulen beseitigen. Das erfordert Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe. "Wir werden eine Prioritätenliste vorlegen. Die ist auf dem Weg", kündigte Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) jetzt an.

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Das Gymnasium zieht mit der Realschule zum nächsten Schuljahr in den noch im Bau befindlichen Grundschul-Neubau am Berlinger Ring. Das Gymnasium soll später in dem Gebäude verbleiben. Die Pausewang-Grundschule erhält einen weiteren Neubau.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Diese Aussage traf der Verwaltungschef im Ratsausschuss für Schulangelegenheiten, der am Dienstagabend im historischen Rathaus I öffentlich beriet. Die Schulpolitiker hatten sich ein strammes Programm vorgenommen. Sie wollten Pflöcke einschlagen, wie und in welcher Reihenfolge die Raumnöte und Baumängel in der Astrid-Lindgren-Grundschule (Weststadt), in der Grundschule Burgdorf (Innenstadt) und in der Grundschule in Otze zu beseitigen seien. Auch die Frage, ob die noch immer im maroden Altbau untergebrachte Gudrun-Pausewang-Grundschule (Südstadt) einen Neubau auf dem angestammten Areal erhält, bedarf zeitnah einer Entscheidung. Ganz abgesehen von den Plänen für einen Neubau für die noch im Aufbau befindliche Integrierte Gesamtschule (IGS) auf dem Prinzhornschul-Gelände am Stadion.

Entscheidungen? Fehlanzeige. Keinen einzigen Beschlüsse fasste der Ausschuss in der Schulraumfrage. Dabei mahnte Günter Eggers als Vertreter der Stadtschulelternschaft: "Wir müssen endlich Nägel mit Köpfen machen." Die Eltern erwarteten von der Stadt "kein Wünsch-Dir-was", aber Entscheidungen, was wann und in welchem Umfang abgearbeitet wird.

Das will der Ausschuss frühestens in seiner nächsten Sitzung am 18. Mai leisten, wie der Vorsitzende Hartmut Braun (Grüne) in Aussicht stellte. Ob die überlastete Gebäudewirtschaftsabteilung im Rathaus bis dahin die angekündigte Prioritätenliste fertig haben wird, ließ Baxmann offen. Die Schulabteilung aber ist schon für Ende Mai mit den Leitungen der Grundschulen verabredet, um sich mit diesen über Zeitfenster und Sanierungsstandards abzustimmen.

Sprecher vor allem der beiden großen Ratsfraktionen glänzten in der Sitzung mit Gemeinplätzen der Art, dass Kinder einen Anspruch auf eine zeitgemäße Lernwelt hätten. Rückschauen in die Historie der Burgdorfer Schulpolitik und gegenseitige Schuldzuweisungen prägten zudem die fast dreistündige Schuldebatte in dem Gremium. Schließlich ließen die Kommunalpolitiker dann doch noch erkennen, wohin die Reise gehen soll. Allerdings ohne jede Andeutung, wie die Stadt die immensen Investitionen bezahlen soll.

Die Gruppe CDU/FDP will vor allem in die Grundschulen investieren, sagte deren Sprecher Mirco Zschoch (CDU): "Wir müssen Dampf auf den Kessel bekommen und einen verantwortbaren Zustand in den Grundschulen herstellen." CDU-Ratsherr Armin Pollehn nannte den Neubau für die Pausewang-Schule vordringlich. Zschoch summierte den Ggesamtfinanzbedarf, einschließlich IGS, auf 80 bis 100 Millionen Euro. Für die AfD kanzelte deren Sprecherin Christiane Wichmann die IGS als "Prestigeprojekt" der früheren Ratsmehrheit ab. Auch sie riet, erstmal die Grundschulen flott zu machen.

SPD-Sprecherin Christiane Gersemann blieb im Ungefähren. Sie legte aber gesteigerten Wert auf die Feststellung, dass die IGS zu ihrem Recht kommen müsse und einen berechtigten Anspruch auf eine ihrer Pädagogik angepasste Raumausstattung habe. Für den SPD-Gruppenpartner WGS ist der Pausewang-Schulneubau ebenso gesetzt wie eine ordentlich ausgestattete IGS. Fraktionschef Kurt-Ulrich Schulz taxierte den Finanzbedarf allerdings weit niedriger als die CDU.

Einig war sich das Gremium darin, dass das Gymnasium auch nach dem Auslaufen der Realschule im Grundschulneubau am Berliner Ring verbleiben können soll. Derweil skizzierte Bürgermeister Alfred Baxmann das Gerüst der künftigen Schulpolitik so: Die Stadt müsse die Raumnot in den Grundschulen auf Basis der Schulleiter-Vorschläge beseitigen, gleichzeitig die Planung für den IGS-Neubau mit Volldampf vorantreiben und schließlich den Pausewang-Schulneubau frühzeitig anpacken, damit er in frühestens fünf Jahren bezugsfertig sei.

Über den IGS-Raumbedarf und die Kosten eines Neubaus beriet der Ausschuss anschließend mehr als eine weitere Stunde lang hinter verschlossenen Türen. Das von der Stadt beauftragte Architekturbüro stellte dort das Ergebnis einer Machbarkeitsstudie vor.

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Seit zwei Wochen steht immerhin der Bauzaun auf dem Pausenhof der Astrid-Lindgren-Grundschule. Bauarbeiter haben sich noch nicht blicken lassen. Die geplante Anbau soll nach Verwaltungsangaben im November stehen und bezugsfertig sein.

Quelle: Joachim Dege
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