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Viele Burgdorfer rüsten auf

Burgdorf Viele Burgdorfer rüsten auf

Die Burgdorfer rüsten merklich auf. Seit Anfang dieses Jahres ist die Zahl der bei der Stadt eingegangenen Anträge für einen Kleinen Waffenschein deutlich gestiegen. Der Kleine Waffenschein berechtigt zum Besitz von Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen.

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Fast viermal so viele Menschen wie im ganzen vergangenen Jahr haben seit Jahresbeginn bei der Stadt einen kleinen Waffenschein beantragt, der zum Besitz einer Schreckschusspistole berechtigt.

Quelle: Carsten Rehder

Burgdorf. Laut Stadtsprecher Jens Böhm besitzen aktuell 146 Menschen in Burgdorf den Kleinen Waffenschein. Immer mehr wollten ihn haben. Auf dem Tisch von Reimund Steege im zuständigen Ordnungsamt landeten seit Januar 52 neue Anträge. Im vergangenen Jahr waren es insgesamt nur 15 gewesen. Das bedeutet fast eine Vervierfachung.

Böhm sagt, dass die Antragsteller keinerlei Auffälligkeiten aufwiesen. Sie kämen aus allen Altersschichten und aus allen Ortsteilen gleichermaßen. Worin der Anstieg der Anträge begründet liegt, weiß die Stadt nicht. Böhm will nicht auszuschließen, dass es mit den Flüchtlingen zu tun haben könnte. In Burgdorf leben derzeit 518 Zufluchtsuchende. "Der Anstieg ist ein bundesweites Problem, das der Polizei, mit der die Stadtverwaltung in engem Kontakt steht, bekannt ist", so Böhm.

Die Polizeiinspektion reagierte auf Nachfrage verwundert. "Ich höre das das erste Mal", sagte Polizeihauptkommissar Rainer Ziemba nach Rücksprache mit seinen Kollegen. Die Sicherheitslage in Burgdorf sei eigentlich sehr ruhig. Die Kriminalität rechtfertige eine solche Verschlechterung des subjektiven Sicherheitsempfindens der Bevölkerung jedenfalls nicht. Auch darum wäre es für die Polizei interessant, von der Stadt zu erfahren, wer genau einen Kleinen Waffenschein beantragt.

Erkenntnisse müssten im Rathaus vorliegen. Denn wer einen Waffenschein beantragt, wird laut Ziemba von der Waffenbehörde turnusmäßig auf seine Eignung überprüft - etwa dahingehend, ob eine Alkoholerkrankung vorliegt oder ein Strafverfahren gegen ihn läuft. Inhaber eines Kleinen Waffenscheins dürften Schreckschuss-, Reizstoff- und Signalwaffen theoretisch immer bei sich tragen, außer bei Veranstaltungen und öffentlichen Versammlungen. "Ich halte überhaupt nichts von Schusswaffen. Ich bin privat fast 50 Jahre gut ohne ausgekommen", sagt der Kommissar.

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