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Pflegeleichte Gräber auch in den Dörfern

Burgdorf Pflegeleichte Gräber auch in den Dörfern

Weil pflegearme Bestattungsformen immer mehr nachgefragt werden, will die Stadt auch auf den Friedhöfen in Schillerslage und Heeßel Baumoasen anlegen lassen. Solche Gemeinschaftsanlagen gibt es bereits auf den Stadtfriedhof am Niedersachsenring und seit 2015 auch in Otze und Ramlingen.

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Wie hier auf dem Stadtfriedhof am Niedersachsenring sollen auch in Schillerslage und Heeßel bald Bestattungen in einer Urnengrabanlage unter einem großen Baum möglich sein. Die Namen der Verstobenen werden an den Stelen angebracht, Angehörige können dort auch einen kleinen Blumengruß niederlegen.

Quelle: Sandra Köhler

Schillerslage. "Die Nachfrage nach pflegeleichten Bestattungsformen ist sehr groß", sagt Anja Piel von der städtischen Friedhofsverwaltung: "Viele Menschen möchten ihren Angehörigen die aufwändige Pflege nicht zumuten. Zumal wenn diese in einer anderen Stadt leben." Früher einmal war die anonyme Beisetzung "unter dem grünen Rasen" die einzige Alternative. "Aber Anonymität ist nicht das, was die Menschen sich wünschen und brauchen." Für die Trauerarbeit sei ein Ort, den Angehörige besuchen können, immens wichtig, sagt Piel.

Auch auf den kirchlichen Friedhöfen ist das nicht anders: "Spätestens nach zwei Jahren kommen die Leute und wollen wissen, wo ihre Verstorbenen liegen und ein paar Blümchen niederlegen", sagt Manfred Lenau vom Kirchenvorstand der St.-Pankratius-Kirche.

Auch in den Ortsteilen steigt laut Piel die Nachfrage nach Alternativen zu den gängigen, recht pflegeintensiven Gräbern für Erd- oder Urnenbestattung. Deshalb soll es künftig auch in Schillerslage und Heeßel sogenannte Baumoasen geben. Dort werden die Urnen in der Rasenfläche unter einem Baum beigesetzt und zwar im Beisein der Hinterbliebenen. "Die Lage der Grabstelle ist den Angehörigen somit bekannt." Die Pflege wird von der Stadt übernommen, die Kosten dafür sind bereits in der Nutzungsgebühr für die Laufzeit von 25 Jahren enthalten.

"Wenn in Schillerslage der Ortsrat und in Heeßel der Ortvorsteher zustimmen, würden wir das Ganze in den Verwaltungsausschuss geben mit der Bitte, die nötigen Mittel im kommenden Jahr bereit zu stellen", sagt Piel. In Schillerslage steht das Thema in der Ortsratssitzung am 7. September auf der Tagesordnung.

Die Schillerslager Baumoase soll bis Mitte 2018 in der Nähe der Kapelle unter einem rotlaubigen Spitzahorn mit einem Kronendurchmesser von acht Metern entstehen. Der mit einer später bis zu 70 Zentimeter hohen buchsbaumähnlichen Hecke aus Japanischer Hülse umgebene Rasenkreis bietet Platz für 84 Einzel-Urnengrabstellen. Den Eingang bilden drei 1,20 Meter hohe Granitstelen, die mit einer Natursteinpflasterfläche eingefasst sind. Auf der Pflasterfläche können kleine Blumengrüße abgelegt werden. Die Herstellung der Anlage kostet insgesamt rund 10.000 Euro, wenn das Natursteinpflaster aus städtischen Beständen zur Verfügung gestellt werden kann. Die laufenden Kosten veranschlagt die Stadt mit 300 Euro pro Jahr. Die Anlage in Heeßel, für die die Vorlage gerade noch erstellt wird, soll dieser Anlage ähnlich werden.

Über das Angebot weiterer pflegefreier Urnengrabstätten wie der Zeiteninsel, den Ruhehain oder die Möglichkeit, herkömmliche Grabstätten in Rasengräber umzuwandeln, können sich Interessierte beim Tag des Friedhofs am Sonntag, 10. September, auf dem Hauptfriedhof am Niedersachsenring informieren. Unter dem Motto "Raum für Erinnerung" haben die Betreiber der Burgdorfer Friedhöfe und Dienstleister rund um das Thema ab 10.30 Uhr ein kostenfreies  Programm mit vielen Informationen und Vorträgen vorbereitet.

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Von Sandra Köhler

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