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Erst die Sicherheit, dann der Oktobermarkt

Burgdorf Erst die Sicherheit, dann der Oktobermarkt

Konsumieren die Besucher des Oktobermarktes viel Alkohol? Woher reisen sie an? Und wie viele Personen können das dreitägige Stadtfest gleichzeitig besuchen, ohne dass die Sicherheit aller gefährdet ist? Antworten auf diese und andere Fragen müssen die Organisatoren lange vor dem Fest beantworten.

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Bei einer Durchfahrtsprobe für die Feuerwehr steuert Ortsbrandmeister Florian Bethmann den Rüstwagen zwischen den Ständen des Oktobermarktes hindurch.

Quelle: Stefan Heinze

Burgdorf. Seit mehr als zehn Jahren gibt es zwischen der Polizei und der Stadtverwaltung eine sogenannte Sicherheitspartnerschaft, die bei Festen mit mehr als 1000 Besuchern auch die Veranstalter umfasst. Im Fall des Oktobermarkts rechnen alle Beteiligten mit mehreren Tausend Feiernden, die von Freitag bis Sonntag die Innenstadt bevölkern. "Lange vor der Loveparade-Katastrophe in Duisburg haben wir Standards definiert", sagt Lars Schumacher von der Ordnungsabteilung im Rathaus.

Das Unglück mit 21 Toten und hunderten Verletzten führte letztlich auch in Burgdorf dazu, dass alle Beteiligten unter Federführung der Polizei eine Musterdokumentation erstellten, die seitdem regelmäßig ergänzt wird und unter anderem klar definiert, wer Veranstalter ist, wer für die Sicherheit verantwortlich zeichnet und was zu tun ist, wenn ein Unwetter droht. "Beim diesjährigen Schützenfest haben die Veranstalter wegen eines angekündigten Starkregens zum Beispiel auf einen Umzug verzichtet", sagt Christian Enderle, der die Ordnungsabteilung seit Mai leitet. Da habe ein vorab festgelegter Ablaufplan das weitere Verfahren inklusive des Telefonnetzes gegriffen.

Allein das Muster umfasst 14, engzeilig beschriebene Seiten, die jeder Veranstalter - beim Oktobermarkt der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) - abarbeiten muss. Dabei müssen die Organisatoren auch beantworten, wie groß sie die Wahrscheinlichkeit einer Gefährdung einschätzen. Beim Maschseefest führte dies dazu, dass Betonpoller die Durchfahrt von Lastwagen verhindern sollten. "Auch wenn keine Poller zu sehen sein werden, haben wir auch diesen Fall berücksichtigt", sagt Enderle diplomatisch, ohne Details zu nennen. Derweil betont er: "Für den Oktobermarkt gibt es überhaupt keine konkrete Gefährdung."

Gleichwohl nahm Enderle am Eröffnungstag mit Polizisten, Feuerwehrleuten und VVV-Mitgliedern das Festgelände ab: Passen die großen Feuerwehrfahrzeuge durch die Straßen mit den Marktständen? Haben die Händler die notwendigen Hydranten freigelassen? Stimmen die Umleitungen und Straßensperrungen? Funktionieren die Karussells vorschriftsmäßig? Erst wenn diese Fragen ohne Beanstandung beantwortet sind, kann der Oktobermarkt beginnen.

Burgdorf nimmt kleinere Veranstaltungen in den Fokus

Eigentlich greift das Konzept von Polizei, Kommune und Veranstaltern erst bei Festen mit mehr als 1000 Besuchern. "Wir sind aber regionsweit die einzige Stadt, die auch für Veranstaltungen mit mehr als 500 Gästen unsere Standards festlegen", sagt Christian Enderle, Leiter der Ordnungsabteilung. Er bezeichnet den 18-Punkte-Katalog als Hilfestellung für die Organisatoren, die ihr Konzept und auch mögliche Kosten dazu überprüfen könnten. Darin beschreibt Burgdorf unter anderem den Spitta- und den Schützenplatz inklusive technischer Voraussetzungen, listet Bedingungen für Brandschutz und Sanitätsdienst auf, benennt Haftung und Versicherungsschutz oder die Preiskennzeichnung für Lebensmittel und Getränke. "Daran haben sich alle zu orientieren", sagt Enderle, "seien es Organisatoren eines Fußballspiels oder eines Kinderfestes."

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