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Stadt fragt Bauinteresse ab

Heeßel Stadt fragt Bauinteresse ab

Die Stadt Burgdorf will in Heeßel das Bauen in zweiter Reihe ermöglichen und hat dafür die Anlieger angeschrieben. Bei einigen Nachbarn löst bereits die Abfrage massive Kritik an dem Vorhaben aus.

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Die Grafik zeigt das Gebiet, in dem sich die Stadt eine Nachverdichtung vorstellen kann - wenn die Anwohner dem Vorhaben zustimmen.

Quelle: Meike Hakemeyer

Burgdorf. Nachverdichtung im Bestand statt neuer Baugebiete im Außenbereich - diesen Beschluss hat der Rat vor vier Jahren gefasst. Unter dieser Vorgabe prüft die Verwaltung nach Aussage von Stadtsprecherin Eva-Maria Dobriloff, welche Areale sich für eine verdichtete Bebauung eignen, und fragt dann das Interesse der Anlieger ab. Für den Bebauungsplan Nördlich der Petersstraße gab es im vergangenen Jahr ein positives Votum, der Plan wurde geändert - im Gegensatz zu den Rohrwiesen, dort lehnten Anwohner die Änderung mehrheitlich ab. „Bislang ist noch völlig offen, ob der Plan Krummacher Feld in Heeßel geändert wird“, sagt Dobriloff, der Plan stamme aus dem Jahr 1963.

Ihren Angaben zufolge möchte die Verwaltung mit ihrem Schreiben vom 30. Juli das grundsätzliche Interesse der etwa 60 Grundstückseigentümer abfragen. Ergibt sich eine große Zustimmung, dann würde die Stadt die Planungsideen konkretisieren und die Auswirkungen untersuchen, die sich daraus entwickeln. Daran schließt sich eine politische Beratung im Bauausschuss an. „Ein genauer Termin wird rechtzeitig bekannt gegeben“, sagt die Stadtsprecherin.

In dem Brief gibt die Verwaltung als letztmögliches Datum einer Antwort den 20. August an - aus Sicht etlicher Anwohner ein ungünstiges Datum. „Viele sind im Urlaub, und wenn sie zurückkommen, ist alles schon gelaufen“, kritisiert eine Betroffene. Diese Kritik weist Dobriloff zurück: „Da momentan Urlaubszeit ist, hat die Stadt auch kein Problem damit, wenn Rückmeldungen später eingehen.“ Für die Verwaltung gehe es zunächst einmal darum, eine Tendenz unter den Anwohnern zu erfassen. Deshalb gibt es auch kein Quorum, also eine Mindestzahl an Anliegern, die das Schreiben beantworten müssen.

Angesichts der Verunsicherung und auch der Kritik, die das Schreiben ausgelöst hat, äußert sich nun auch Ortsvorsteher Heiko Reißer in einer Rundmail an die Heeßeler und betont, dass es noch keine konkrete Änderung gebe. Kanalanschluss, neue Wege, Straßenbaubeiträge - all diese Themen seien Zukunftsmusik. „Denn erst muss sich eine Mehrheit finden, die eine hintere Bebauung wünscht“, teilt er mit.

Diese Fragen beschäftigen die Heeßeler:

Wie groß sind die Grundstücke, für die eine Nachverdichtung möglich ist? 

Es geht um 60 Grundstücke von 500 bis 2000 Quadratmeter Größe.

Weshalb hat die Stadt nur die Bewohner angeschrieben, aber nicht die Nachbarn, an deren Grundstücke die Neubauten grenzen? 

Zunächst soll das Interesse der Eigentümer im Planungsgebiet ermittelt werden. Bei einer Bebauungsplanänderung können sich die angrenzenden Nachbarn mit ihren Anregungen in das Verfahren einbringen. Neben den gesetzlich vorgeschriebenen Beteiligungsschritten ist auch eine Anliegerversammlung vorgesehen. 

Wie sollen die neuen Häuser erschlossen werden? 

Die Stadt plant keine neue Erschließung, dafür wären die Eigentümer der rückwärtigen Grundstücksteile selbst verantwortlich. 

Kann die Stadt auch nur Teile des Bebauungsplans ändern? 

Je nach Rückmeldung der Eigentümer ist auch denkbar, nur einen Teilbereich zu ändern. Im Zuge der Betrachtung ist es sinnvoll, den gesamten Plan zu prüfen und gegebenenfalls zeitgemäßer zu gestalten.

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Von Redakteur Antje Bismark

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