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Stadt informiert über Flüchtlingsunterkünfte

Burgdorf Stadt informiert über Flüchtlingsunterkünfte

Mehr als 400 Menschen sind am Mittwochabend ins Veranstaltungszentrum StadtHaus geströmt, um sich von der Stadt darüber informieren zu lassen, wie sie die Unterbringung der Burgdorf zugewiesenen Flüchtlinge stemmen will.

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Volle Reihen: Mehr als 400 Bürger wollen erfahren, wie die Stadt die Flüchtlingsunterbringung in Burgdorf in den Griff bekommen will.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Die Stadt zeigte sich exzellent vorbereitet. Stadtrat Michael Kugel, der im Rathaus das Ressort Soziales verantwortet, stellte mit Kartenmaterial und Luftaufnahmen im Detail dar, welche Flächen die Verwaltung in Burgdorf ausgemacht hat, um dort Flüchtlingsunterkünfte für möglichst viele Menschen zu errichten. Die Stadt geht nach eigenen Angaben von mindestens 850, womöglich bis zu mehr als 1000 Flüchtlingen aus, die dieses Jahr nach Burgdorf kommen werden.

Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD), der später die Frage-Antwort-Runde mit den Bürgern moderierte, legte Wert auf die Feststellung, dass die Verteilungsgerechtigkeit bei den Belastungen für die Stadtteile oberstes Gebot sei. Anwohner des Habichtshorst in der Weststadt beklagten, dass das soziale Gefüge ihres Quartiers beschädigt würde, wenn dort Flüchtlingsunterkünfte entstünden. Andere forderten von den Weststädtern, dass auch diese Verantwortung übernehmen müssten für die Bewältigung der anstehenden Herausforderungen.

Gutbürger überlassen Wutbürgern nicht das Feld

Nach etwas mehr als zwei Stunden schien am Mittwochabend alles gesagt zu sein in der Einwohnerversammlung im StadtHaus. Die Stadtspitze versicherte mehr als 400 anwesenden Bürgern, darunter ein Grüppchen Rechtsradikaler, hoch und heilig, das Gebot der Verteilungsgerechtigkeit zu wahren und keinen Stadtteil ungebührlich stark zu belasten. Einige Wutbürger ließen Dampf ab über ihre Unzufriedenheit mit der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung im Allgemeinen und die Folgen für Burgdorf im Besonderen. Einige Gutbürger machten dagegen konstruktive Vorschläge, die die Verwaltung versprach aufzunehmen und in ihre Überlegungen einfließen zu lassen. Ex-Stadtdirektor Leo Reinke schlug etwa vor, die Stadt solle mit privaten Grundstückseignern über Flächen für Unterkünfte verhandeln und das Baurecht bei privat veranlassten Anbauten großzügig auslegen, damit zusätzlich Wohnraum entstehen könne.

Siegward Lück blickte zurück auf die Zeit vor 70 Jahren: „Nach Kriegsende kamen viele Flüchtlinge in die Stadt – sie wurden integriert“, sagte der Südstädter. Auch sie hätten Schreckliches erlebt und in Burgdorf eine neue Heimat gefunden. Lück appellierte an seine Mitbürger, die Neuankömmlinge aufzunehmen und allen entgegenzutreten, die sich gegen die Flüchtlinge aussprächen. Eine Anwohnerin des Dachtmisser Weges, an deren Grundstück die neuen Containeranlage grenzt, sagte in Richtung der Weststädter: „Dass Sie alle Menschen bei uns unterbringen wollen, ist nicht fair. Wir müssen alle an einem Strang ziehen.“ Karen Lüders sprach sich dafür aus, nicht nur über die Unterbringung der Flüchtlinge nachzudenken, sondern verstärkt den Fokus auf die Integration zu legen. „Das funktioniert aber nicht, wenn wir Zelte weit draußen aufbauen.“ WGS-Ratsherr Kurt-Ulrich Schulz zog den Unmut vieler auf sich mit der Forderung, die Stadt möge den dritten Bauabschnitt des Gewerbegebiets Nordwest vorziehen für eine dort zu errichtenden große Containersiedlung.

Joachim Dege und Antje Bismark

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