Die Finanzkrise zwingt die Stadt zur Kehrtwende. Das Dogma, die Innenstadt müsse nach der Eröffnung der Umgehungsstraße am besten sofort für den Durchgangsverkehr so unangenehm wie möglich geändert werden, hat seinen Spitzenplatz verloren. Fortan zählt nur noch, was sich in Burgdorfs Stadtkasse befindet – und das ist nicht viel. Deshalb, so ein zunächst im vertraulich tagenden Verwaltungsausschuss als schlichte Mitteilung sowie am Donnerstag im Verkehrsausschuss erstmals öffentlich vorgestelltes Konzept, soll im kommenden Jahr nur das Allernötigste in der Innenstadt verändert werden.
Zum Pflichtprogramm für 2010 sollen der Kreisel am Fuße der Hochbrücke gehören samt Umbau der Bahnhofstraße, die Fahrradstraße am Wächterstieg, die Umgestaltung des Auebereichs am Gümmekanal sowie die Verlegung des Parkstreifens in der Luisenstraße nebst dortiger Kanalsanierung. Mit dem Kreisel an der Bahnhofstraße/Ecke Marktstraße, so Tiefbauabteilungsleiter Rainer Herbst, könnte schon ein beträchtlicher Teil des Durchgangsverkehrs aus der Innenstadt abgewehrt werden. Zurückgestellt würden damit der Kreisel am Schwarzen Herzog, der gesamte Umbau der Marktstraße inklusive Verengung und Einbahnregelung an der Poststraße sowie die Neugestaltung des Spittaplatzes und des Bereichs rund um die Pankratiuskirche. Was wann gebaut werde, darüber müsse jetzt die Politik entscheiden.
Für die Aufstückelung sprechen laut Bürgermeister Alfred Baxmann neben der Nettoersparnis von 1,5 Millionen Euro noch weitere, ganz pragmatische Gründe. So werde der Haushalt aufgrund der desolaten Finanzlage womöglich erst im Mai 2010 rechtskräftig werden. Dies verdränge die Auftragsvergabe in den Juni und Juli; die Bauphase vor dem Winter und dem Weihnachtsgeschäft verringere sich somit auf vier Monate. „Die ursprünglich geplanten neun Monate für den Gesamtumbau waren ohnehin knapp bemessen“, räumte Herbst ein. Um die Belastung der Burgdorfer Geschäftsleute möglichst gering zu halten, will die Stadt den Baufahrplan im Dezember mit den Unternehmern absprechen.

Kommentare
Nur die Innenstadt .. RL – 18.11.09
Wie im Artikel erwähnt:... könnte schon ein beträchtlicher Teil des Durchgangsverkehrs aus der Innenstadt abgewehrt werden.
Aus der Innenstadt soll der Verkehr abgewehrt werden, aber in anderen Stadtbereichen soll er dann vermehrt fliessen.
Tja, so ist das in Burgdorf.
Nur damit man sich mit einer verkehrsberuhigten Innenstadt schmücken kann, werden andere Bürger vermehrt belastet.
Danke!
Straßenumbau in der Stadt A.H. – 17.11.09
Warum Umbau?Die Marktstraße ist in gutem Zustand.
Die Ampelkreuzung an der Alten Post
erfüllt die notwendige Verkehrs-
regelung.
Es ist also nicht nötig, die Stadt
weiter zu verschulden. Letztendlich
müssen wir Einwohner für die Schulden aufkommen.
(Erhöhung der Grundsteuern!)