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Der 112. Geburtstag erinnert an den Notruf

Burgdorf Der 112. Geburtstag erinnert an den Notruf

Wenn es brennt, ein Wasserrohr bricht oder Personen nach einem Unfall aus einem Auto gerettet werden müssen – dann gilt bundesweit die Nummer 112. Auch in Burgdorf. Hier aber kam die zentrale Notrufnummer erst in den 1970-er Jahren an, wie Feuerwehrsprecher Christian July jetzt herausgefunden hat.

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Unter der Einsatzleitung von Adolf Michelssen löscht die Feuerwehr Burgdorf brennende Reifen bei der Firma Klippel.

Quelle: privat

Burgdorf. Dabei hatte sich der frühere Stadtbrandmeister Adolf Michelssen zuvor schon über Jahre für diese zentrale Nummer eingesetzt. Er würde heute seinen 112. Geburtstag feiern, ein Grund für die jetzigen Retter, an den einstigen Feuerwehrchef in der Stadt zu erinnern und die Geschichte noch einmal zu rekapitulieren.

Bereits am 6. August 1929 trat Michelssen, geboren am 8. April 1905, in die Feuerwehr ein und arbeitete ab 1934 mehr als vier Jahrzehnte als Stadtbrandmeister – nachhaltig, wie ein Zeitungsbericht zu seinem 65. Geburtstag beschreibt. Darin wird der Feuerwehrmann als „etwas unbequeme, kantige Persönlichkeit“ geschildert, die „ihre zahlreichen scharfen Ecken nach oben abwetzt, weil dies nach unten der Kameradschaftsgeist verbietet“. Immer im Interesse der Feuerwehr, wie es weiter heißt. Dafür habe er auch mit der Zähigkeit seines Willens die Stadtkasse für neue Ausstattungen der Feuerwehr „aufgeschweißt“. Die Folge: Michelssen habe die Feuerwehr Burgdorf zur technisch am besten ausgerüsteten im damaligen Landkreis Burgdorf gemacht.

Dass die Burgdorfer zu jener Zeit auch zu den schnellsten gehört hat, überrascht die heutigen Brandbekämpfer dennoch – vor allem angesichts der damaligen Kommunikation. Denn bis in die späten 1960-er Jahre hinein finden sich Schriftstücke, in denen Michelssen eine allgemein gültige Notrufnummer fordert. „Damals gab es schon einheitliche Schilder, zum Beispiel auf Garagenhöfen, dass der Notruf 112 lautet“, sagt July und fügt hinzu: „Aber das betraf nicht Burgdorf.“ In der Stadt mussten die Zeugen von Bränden oder Unfällen zwischen drei Nummern entscheiden: 357, 362 oder 2230. Und das, obwohl die 112 zu jener Zeit längst im Bundesgebiet freigegeben war - die damalige Technik der Fernmeldewesen hinkte aber hinterher.

Waren Michelssen oder seine Stellvertreter im Zuhause, dann lösten sie dort den Alarm – damals unter anderem noch über eine Klingelleitung – aus und rasten dann ins Feuerwehrhaus. „Es gab aber auch Situationen, in denen die Ehefrauen die Feuerwehr alarmierten“, weiß July nach dem Aktenstudium. Offenbar funktionierte das System mit Erfolg, denn Berichte über zu späte Alarmierungen gibt es nicht. Gleichwohl beantragte Michelssen im Mai 1959 beim Landesfeuerwehrverband, dass auf den Telefonapparaten kleine Sichtfenster für die jeweils gültige Nummer der Feuerwehr angebracht wurden. Das griff der Verband dankend auf und sprach eine entsprechende Empfehlung landesweit aus.

Während der Notruf für Retter und Hilfebedürftige gleichermaßen eine Erleichterung war, hielten sich Verwaltung und Politik in den Kommunen und im neuen Landkreis Hannover zurück. Eine Begründung dafür findet sich in einem Zeitungsartikel aus dem Juni 1975: „Für den Kreis wird die Einrichtung des Notrufs Kosten von 500 000 bis 600 000 Mark verursachen.“ Seinerzeit fiel die Entscheidung für die Notrufzentrale in Ronnenberg – sie koste am wenigsten und sei am praktikabelsten, auch für Burgdorf.

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