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Mehr Zeit für Integration der Flüchtlinge

Burgdorf Mehr Zeit für Integration der Flüchtlinge

Auch wenn Burgdorf längst nicht mehr so viele Flüchtlinge aufnehmen muss, bedeutet das nicht, dass die
Sozialarbeiter nichts mehr zu tun hätten. Im Gegenteil: Erstmals gebe es die Gelegenheit, individuelle Beratung zu leisten, erklärten sie den Ratspolitikern.

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In der Wohnanlage für Asylbewerber hinter der Feuerwehrtechnischen Zentrale sollen auch Büroräume für die Flüchtlingssozialarbeiter eingerichtet werden. Im Januar werden die Wohnungen vermutlich bezugsfertig sein.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Noch sei der Stadt keine neue Quote nach dem Aufnahmegesetz mitgeteilt worden, berichtete Stadtrat Michael Kugel im Ratsausschuss für Soziales, Integration und Prävention. Das Gremium, das am Donnerstagabend erstmals in seiner neuen Zusammensetzung tagte, wird von Gubet Birgin (CDU) geleitet. Ihr Stellvertreter ist Pastor Matthias Paul (SPD).

„Es gilt bis auf weiteres die des vergangenen Jahres, nach der Burgdorf 196 Personen aufnehmen muss“, sagte Kugel. Diese Zahl sei mit der Aufnahme von 206 Flüchtlingen seit der vergangenen Festsetzung im Dezember 2015 bereits mehr als erfüllt.

Doch die absolute Zahl der Asylbewerber in Burgdorf sei wesentlich höher, sagte Sozialarbeiter Eitel Moch. Insgesamt sind es 519 Personen. 200 leben in von der Stadt betriebenen Unterkünften, 268 sind dezentral untergebracht, 51 haben mittlerweile eigene Wohnungen. Der Nachzug von Familienmitgliedern sei in diesen Zahlen nicht erfasst, da er nicht in die Zuständigkeit der Stadt fällt.

Der Großteil der in Burgdorf Angekommenen spreche Arabisch, gefolgt von Menschen aus Nord- und Westafrika mit Französischkenntnissen. Von den 519 sind 98 bereits als Asylanten anerkannt und erhalten Bezüge vom Jobcenter. Der Rest befinde sich mit unterschiedlichen Aufenthaltstiteln noch im laufenden Verfahren, beantwortete Kugel Nachfragen von Rüdiger Nijenhof (CDU) und Jens Braun (AfD).

„Es ist nicht weniger Arbeitsaufwand – die Inhalte wechseln“, sagte Mochs Kollegin Ryanne Schmidt: „Erstmals haben wir Zeit, uns um individuelle Belange zu kümmern.“ Das sind Beratung, Betreuung und vor allem Integration in den Arbeitsmarkt. „Wir informieren viel über die deutsche Kultur, herrschende Werte und Normen sowie Gesetze.“ Dabei kooperiere man gut mit Stellen wie dem Nachbarschaftstreff, dem Burgdorfer Mehrgenerationenhaus und dem Diakonieverband Hannover-Land.

Moch sprach von der Notwendigkeit, die ehrenamtliche Arbeit im Bereich der Flüchtlingsbegleitung zu professionalisieren. „Viele Paten gehen mit ,ihrem‘ Flüchtling zu Betrieben, um dort für sie eine Arbeit zu finden. Doch die Voraussetzungen müssen stimmen, sonst kommt es zu Enttäuschungen.“ Um genau das und auch Schwarzarbeit zu vermeiden, gehe man in die Einrichtungen und erstelle ein exaktes Profil jedes Asylsuchenden, sagte Imke Fronia vom Diakonieverband. Firmen würden von der Koordinierungsstelle Ausbildung und Migration, kurz Kausa, beraten.

Wenn die Wohnanlage hinter der Feuertechnischen Zentrale voraussichtlich im Januar bezugsfertig ist, soll es dort auch Schulungen für ehrenamtliche Begleiter geben, kündigte Moch an. „Ich freue mich drauf.“

Von Sandra Köhler

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