Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° Sprühregen

Navigation:
Tierheimmitarbeiterinnen helfen junger Fundkatze

Burgdorf Tierheimmitarbeiterinnen helfen junger Fundkatze

Große Tierliebe und ungeahnte Fähigkeiten als Geburtshelferinnen haben die Tierheimmitarbeiterinnen Diandra Boczek und Anna-Sofie Kiske bewiesen. Sie opferten ihre Nachtruhe, um einer Katzenmutter nach einem Notkaiserschnitt beizustehen.

Voriger Artikel
Veterinäramt stellt keinen Verstoß fest
Nächster Artikel
Baxmann über Kritik verärgert

Als hätte es nie Anlaufschwierigkeiten gegeben: Raquel hat sich zur Bilderbuchmutter entwickelt.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Ein Inbegriff familiärer Idylle: Katzenmama Raquel liegt in ihrer Kuschelhöhle in der zur Kinderstube umfunktionierten Krankenstation des Burgdorfer Tierheims. An ihren Zitzen nuckeln fünf getigerte Babykätzchen. Dass es Mutter und Kindern so gut geht, ist vor allem dem Einsatz von zwei Tierheimmitarbeiterinnen zu verdanken.

„Wir haben Raquel Anfang Dezember als Fundkatze aufgenommen und uns über ihren kleinen Kugelbauch gewundert“, sagt die Leiterin der Krankenstation, Diandra Boczek. Ein Ultraschall zeigte: Die Katze war trächtig. Nachdem sich die Hoffnung, jemand vermisse das Tier und würde es bald abholen, zerschlagen hatte, bauten die Tierheimmitarbeiter die Krankenstation wochenbettgerecht um.

Boczek hatte gerade ihren freien Tag, als bei ihr das Telefon klingelte. „Didi, es geht los“, teilte ihr Anna-Sofie Kiske, die Leiterin des Katzenhauses, mit. Doch trotz geplatzter Fruchtblase setzten bei Raquel auch eine Stunde später noch keine Wehen ein. Ein Ultraschall beim Tierarzt zeigte den Grund: Eines der sechs Babys lag quer und versperrte den Geburtskanal. „In freier Natur hätten das weder Raquel noch ihre Babys überlebt“, sagt Boczek.

Ein Kaiserschnitt rettete das Leben der Katze und fünf ihrer Jungen. Boczek und Kiske halfen dem Tierarzt dabei, die Jungen abzurubbeln und ihre Atemwege von Schleim zu befreien - etwas, was normalerweise die Katzenmutter tut, indem sie ihre Babys ableckt. Doch Raquel lag noch in Narkose.

Eigentlich hätte mit der Rückkehr ins Tierheim alles gut sein können. Doch die verwirrte Katzenmutter wusste mit ihrem Nachwuchs zunächst so gar nichts anzufangen. „Wenn wir uns ihr mit einem Kätzchen genähert haben, ging sie erst mal rückwärts“, beschreibt Boczek die neuerlichen Schwierigkeiten.

Also bezogen beide Tierpflegerinnen ein Nachtlager auf dem Fußboden der Krankenstation und stellten sich den Wecker, um die Kätzchen alle zwei Stunden mit der Nuckelflasche zu füttern. Immer wieder versuchten sie, Raquel davon zu überzeugen, ihre Babys anzunehmen - und hatten schließlich Erfolg. Um 6 Uhr in der Frühe ließ sie die Kleinen endlich an ihren Zitzen trinken. Und als die Tierheimmitarbeiterinnen sie wieder aufsuchten, nachdem sie die Hunde versorgt hatten, „hat sie uns sogar angefaucht“, berichtet Boczek schmunzelnd.

Mittlerweile ist Raquel zu einer perfekten und liebevollen Mutter geworden, die kein Auge von ihrem Nachwuchs lässt. Und die Minikatzen entwickeln sich prächtig.

Sandra Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6sothgvvh9ty8176hn4
Mister Christbaum denkt an Abschied

Fotostrecke Burgdorf: Mister Christbaum denkt an Abschied