Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Totschlagvorwurf: Der Ohrfeige folgen Tritte

Burgdorf/Hildesheim Totschlagvorwurf: Der Ohrfeige folgen Tritte

Versuchten Totschlag wirft die Staatsanwaltschaft einem 30-jährigen Burgdorfer vor: Er soll in der Nacht zum 9. November 2014 eine 50-Jährige geschlagen, zu Boden geschleudert und mehrfach gegen den Kopf getreten haben.

Voriger Artikel
Amnesty erinnert an Folteropfer
Nächster Artikel
Auto gerät auf B188 in Gegenverkehr

Ein Burgdorfer muss sich wegen Totschlags vor dem Schwurgericht am Landgericht Hildesheim verantworten.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Seit Mittwoch steht der Mann vor dem Schwurgericht am Landgericht Hildesheim. „Er war wie ein Tier“, sagte das Opfer beim Prozessauftakt und beschrieb ihre Angst: „Ich habe gedacht: Stell dich tot, dann hört er vielleicht auf.“ Ihre erlittenen Verletzungen stehen ohne Zweifel fest: eine stark blutende Platzwunde am Hinterkopf, die mit drei Stichen genäht werden musste, Prellungen und Hautabschürfungen im Gesicht, an den Hüften und den Schultern, die im Lehrter Krankenhaus versorgt wurden. Warum der Angeklagte die Frau, die er erst kurz zuvor in der Gaststätte Brandente kennengelernt hatte, so zugerichtet hat, darüber gingen die Darstellungen auseinander. Laut Angaben der 50-Jährigen habe sie nur ihre Bekannte schützen wollen, die der Angeklagte nachhaltig belästigt habe. Als er nach mehrfacher Aufforderung nicht aufgehört habe, will sie ihm den Mittelfinger gezeigt und dazu „Verpiss dich“ gesagt haben. Dann sei sie gegangen.

Der 30-Jährige weist diese Vorwürfe von sich. Vielmehr habe sie ohne Grund gesagt: „Lass meine Freundin in Ruhe“, ehe sie ihn mit dem Satz „Du kannst nach Hause gehen und deine Mutter f…“ beleidigte. „Ich habe meine Mutter 15 Jahre nicht gesprochen, natürlich war ich wütend.“ Ein Bekannter habe ihn später zu der Ecke geführt, wo die Frau gestanden und eine obszöne Handbewegung mit den Worten „Schon fertig?“ gemacht habe. Lediglich eine Ohrfeige habe er ihr deshalb geben wollen, sagte der Angeklagte, der nach eigenen Angaben nach dem Zerbrechen einer Beziehung regelmäßig Whisky, Wodka, dazu Cannabis und Kokain konsumiert.

An dem Abend habe er zwar nur zwei Bier getrunken, wisse aber trotzdem nicht, was weiter geschehen sei: „Ich habe Menschen doppelt gesehen und kann mich nicht erinnern. Aber ich gehe davon aus, dass ich weiter geschlagen und getreten habe“, teilte er dem Vorsitzenden Richter Peter Peschka über seinen Dolmetscher mit und fügte hinzu: „Ich möchte mich entschuldigen, ich bereue es.“

Um das zu zeigen, wolle er ein Schmerzensgeld zahlen. Der Rechtsanwalt des Opfers, Christoph Reichelt, bestätigte dies und nannte 5000 Euro. Zweimal 100 Euro seien bereits überwiesen worden. Nach der Entlassung aus dem Gefängnis - seit Januar sitzt er in Untersuchungshaft - will sich der Angeklagte „eine Arbeit suchen und 300 bis 400 Euro monatlich“ zahlen.

Die Verhandlung geht am Freitag ab 9 Uhr im Landgericht Hildesheim mit der Befragung weiterer Zeugen und einem Gutachter weiter, der die Schuldfähigkeit beurteilen wird. Am Dienstag, 30. Juni, sollen Plädoyer und Urteilsverkündung folgen.

Von Sandra Köhler

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6so7fv8r5kz1bl6pg11s
St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen

Fotostrecke Burgdorf: St. Nikolaus dankt den Ehrenamtlichen