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Trio wegen Überfalls angeklagt

Burgdorf Trio wegen Überfalls angeklagt

Wegen versuchten Raubüberfalls und gewalttätiger Übergriffe von äußerster Brutalität haben sich seit Mittwoch drei junge Männer vor dem Amtsgericht Burgdorf zu verantworten. Das Trio war im März vergangenen Jahres an einem bewaffneten Überfall auf die Spielothek Planet Ufo am Brandende beteiligt.

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Das Jugendschöffengericht des Amtsgericht Burgdorf verhandelt zurzeit einen Raubüberfall und mehrere Fälle von Körperverletzungen.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Die Staatsanwaltschaft hat drei Taten angeklagt: den gescheiterten Raubüberfall, eine Schlägerei in der Parkanlage Am Wall und einen Übergriff im Stadtpark. Auf der Anklagebank saßen der Räuber und sein Fahrer sowie der Anstifter. Am ersten Verhandlungstag gelang es dem Gericht nur bedingt, der Wahrheit auf die Spur zu kommen. Der Vorsitzende Richter Klaus von Tiling beraumte daher zwei weitere Verhandlungstage an.

Am überschaubarsten stellte sich der Überfall dar, wenngleich der Haupttäter dem Gericht eine abenteuerlich anmutende Geschichte auftischte. Er habe seinem mitangeklagten Kumpan die EC-Karte geliehen, weil dieser Überweisungen ins Ausland tätigen wollte. Der Freund habe ihm dann eröffnet, dass er an Geldwäscher geraten sei, die 10 000 Euro auf das zur Karte gehörende Konto eingezahlt hätten. Das Geld forderten die Geldwäscher nun zurück. Weil auf dem Konto aber kein Geld war, sah sich der Hauptangeklagte dem Vorwurf ausgesetzt, er habe es unterschlagen.

Der Kumpan und dessen Bekannte sollen den späteren Räuber dann mit finsteren Drohungen zum Überfall gedrängt haben. Nur so könne er aus der Sache rauskommen. Der so Bedrohte fürchtete das Schlimmste, ließ sich darauf ein, bekam am Bahnhof Schreckschusspistole und Sturmhaube ausgehändigt, trank sich mit Whisky Mut an und stürmte dann in die Gaststätte. Dort überwältigte die Spielhallenaufsicht den 21-Jährigen, riss ihm die Maske vom Kopf und trieb ihn in die Flucht. Der Räuber rief selbst die Polizei und gestand.

Unklar blieb, wer bei den beiden Schlägereien die Opfer jeweils krankenhausreif – Gehirnerschütterung und Nasenbruch – trat und schlug. Im Verdacht steht der Angeklagte, der schon zum Überfall angestiftet haben soll. Auf Anraten seines Anwalts schwieg dieser sich im Prozess aus. Das Gericht will nun zwei weitere Zeugen hören.

Der Prozess wird am 25. Mai fortgesetzt.

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Von Redakteur Joachim Dege

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