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Zieht das Gymnasium in Grundschulneubau?

Burgdorf Zieht das Gymnasium in Grundschulneubau?

Die Stadtverwaltung soll prüfen, ob es sinnvoll sein könnte, dass in den Schulneubau am Berliner Ring nicht wie geplant die Gudrun-Pausewang-Grundschule, sondern Teile des Gymnasiums einziehen. Einstimmig ist der Schulausschuss des Rates einem entsprechenden Antrag der CDU-Ratsfraktion gefolgt.

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Keine zwölf Meter trennen das Gymnasium (links) und den Neubau für die Gudrun-Pausewang-Grundschule.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Der Entscheidung war am Montagabend eine eineinhalbstündige, lebhafte und von den Ausschussmitgliedern sehr sachlich geführte Debatte vorausgegangen. Hintergrund für den Antrag der CDU ist die rasante Entwicklung der Schülerzahlen am Gymnasium. Ab 2017/18 fehlen fünf allgemeine Unterrichtsräume, ab 2020 mindestens neun.

Konsens zwischen Stadt und Schulleitung ist es, dass von einer durchgehenden Sechszügigkeit, partiell sogar Siebenzügigkeit am Gymnasium auszugehen ist. Deshalb will die Stadtverwaltung weitere Räume fürs Gymnasium schaffen, zum Beispiel mit einem Anbau. Das sei grundsätzlich möglich: „Wir prüfen, wie und wo das am besten geht“, beantwortete Bürgermeister Alfred Baxmann (SPD) eine entsprechende Frage des Ausschussvorsitzenden Hartmut Braun (Grüne).

Derweil werden in der Gudrun-Pausewang-Grundschule (GPGS) offenbar Stimmen immer lauter, die mit dem Neubau unzufrieden sind, weil dieser nur für eine Dreizügigkeit ausgelegt ist. Inzwischen geht man dort aber von einer Vierzügigkeit aus, nicht zuletzt wegen des geplanten Baugebiets „An den Hecken“. Caroline Hofmann vom Stadtelternrat berichtete, dass man in der Grundschule bereit wäre, noch weitere Jahre im Altbau zu bleiben, um dann „mit Sinn und Verstand ein neues Gebäude am alten Standort zu errichten“. Sie vermisse das Reagieren der Stadt auf die veränderte Situation. „Die Vorzeichen und Fakten lagen bereits zum Zeitpunkt der Planung vor“, sagte Hofmann.

Baxmann warnte indes, aus der aktuellen Situation heraus eine solche Entscheidung im Hauruck-Verfahren zu treffen. Dem widersprach der Leiter des Gymnasiums, Michael Loske: „Es ist keine Hauruck-Entscheidung, schon 2015 haben wir auf die Entwicklung der Schülerzahlen hingewiesen.“

Baxmann versuchte ein ums andere Mal, den Raumbedarf des Gymnasiums nach unten zu korrigieren. „Das Gymnasium wird nicht auf Selektion verzichten können, wenn es seinem Leistungsanspruch gerecht werden will“, sagte er an die Adresse Loskes, den er als exzellenten Lobbyisten des Gymnasiums bezeichnete. Loske erklärte daraufhin, dass man zwei Schüler an die IGS abgegeben habe, dafür aber vier Schüler von der IGS aufs Gymnasium gewechselt seien.

„Die WGS hat kein Problem, der Gudrun-Pausewang-Schule zu sagen, dass sie noch im Altbau bleibt und für sie ein adäquater Neubau mit angepasstem Raumbedarf errichtet wird“, sagte deren Ratsherr Wolfgang Obst. „Besonnenheit vor Schnelligkeit, das sind wir uns schuldig“, betonte Christiane Gersemann, Ratsfrau der SPD-Mehrheitsfraktion. „Mit dem Prüfantrag wären wir auf der sicheren Seite und müssten uns nicht Unflexibilität vorwerfen lassen“, ergänzte Michael Rheinhardt (SPD).

Auch die Argumente Baxmanns, dass der Neubau schon weit fortgeschritten sei, man sogar schon die Gartenarbeiten ausgeschrieben habe und solch eine Prüfung Monate dauern würde, konnten die Politiker aller Fraktionen nicht überzeugen. Der Bürgermeister machte schließlich den Vorschlag, innerhalb weniger Wochen ein Szenario zu entwickeln, welche Konsequenzen es hätte, wenn der Neubau dem Gymnasium zur Verfügung gestellt würde, allerdings ohne konkrete Kosten zu berechnen. „Genau das war unsere ursprüngliche Idee“, kommentierte CDU-Fraktionsvorsitzender Mirco Zschoch den Vorschlag.

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