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Umbau kostet Nerven - und Kunden

Burgdorf Umbau kostet Nerven - und Kunden

Seit Juni geht an der Straße Vor dem Celler Tor gar nichts mehr: Die Großbaustelle ist nicht nur lästig für alle, die mit dem Auto gen Norden fahren: Die dort ansässigen Gewerbetreibenden beklagen massive Umsatzeinbußen.

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Endstation Sorgenser Straße: Wer in Richtung Otze fahren will, muss einen Umweg über Nebenstraßen oder die Umgehung in Kauf nehmen.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. 40 Prozent weniger Umsatz in den vergangenen beiden Monaten: Jens Wallmann, Betreiber der Sorgenser Mühle an der Verlängerung der Straße Vor dem Celler Tor, bekommt die Sperrung mit voller Wucht zu spüren. „Wir sind komplett abgehängt“, sagt er.„Unsere Stammgäste sind ältere Leute, die zum Mittagstisch kommen. Die setzen sich ins Auto und fahren die zwei, drei Minuten aus der Innenstadt zu uns. Aber die Umgehungsstraße wollen sie nicht fahren, das ist zu umständlich.“

Auch Kunden, die von der Autobahn über Immensen zur Sorgenser Mühle kommen, seien weggeblieben. „Wir haben zwar ohnehin nur noch ein halbes Jahr. Aber wenn das so weitergeht, müssen wir eher schließen.“

Auch Annett Parlasca, Geschäftsführerin der gleichnamigen Keksfabrik, ist alles andere als begeistert. „Ein Spaß ist das alles nicht“, sagt sie. Um potenzielle Kunden aufmerksam zu machen, hat Parlasca nicht nur große Transparente mit dem Hinweis auf die Erreichbarkeit des Fabrikverkaufs an den Baustellenabsperrungen anbringen lassen. Wer dort einkauft, bekommt zusätzlich ein Kekspräsent. Parlasca hofft, dass die Bauarbeiten wenigstens beendet sind, wenn im Oktober das Hauptgeschäft zur Weihnachtszeit beginnt.

Einen Besucherrückgang verzeichnet auch der Fitnesspark Burgdorf. Selbst die Zahl der Schüler, die das Ferienangebot nutzen, sei geringer als in den Vorjahren. „Sonst wurden sie von ihren Müttern hergefahren, jetzt müssen sie mit dem Fahrrad die Baustelle auf Nebenstraßen umfahren. Aber damit müssen wir leben“, sagt Geschäftsführer Jan-Philip Reinacher pragmatisch.

Anliegerin Susanne Hoheisel ist hin- und hergerissen: „Vom Kopf her weiß ich, dass der Kanal gemacht werden muss. Dann steht hoffentlich bei Starkregen auch das Wasser nicht immer wieder in den Kellern.“ Auch die Abwesenheit des sonst sehr nervigen Durchgangsverkehrs schlage positiv zu Buche. Andererseits gehe der Baustellenlärm schon an die Substanz. „Wenn ich meine Klangmassagen durchführen möchte und die Baggerschaufel auf der Straße kratzt oder die Presslufthämmer dröhnen, hört es auf“, sagt die Klangtherapeutin: „Ich lege meine Termine inzwischen schon auf den Nachmittag nach 16 Uhr. Und meine Kunden sind da Gott sei Dank flexibel.“

Im Gegensatz zu kursierenden Gerüchten, die Arbeiten seien zeitlich im Verzug, betont Stadtsprecherin Eva-Maria Dobriloff, dass die Kanalsanierung voll im Zeitplan liege und Ende September beendet sein werde. Die Sperrung der Straße Im Stillen Winkel ist am Mittwochabend bereits aufgehoben worden. Trotzdem werde die Vollsperrung auf der Straße Vor dem Celler Tor noch bis Ende Oktober andauern.

Bis dahin soll laut Avacon-Sprecherin Michaela Fiedler auch die 500.000 Euro teure Modernisierung der Versorgungsleitungen für Gas und Strom abgeschlossen sein. Im Anschluss daran wird die Region die Fahrbahn erneuern.

Sandra Köhler

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