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Alter Spargelhof erstrahlt in neuem Glanz

Burgdorf Alter Spargelhof erstrahlt in neuem Glanz

In Gewerbegebieten stehen in der Regel schmucklose, meist fensterlose Zweckbauten – nicht so im Gewerbepark Nordwest südlich der B 188. Dort saniert Kemal Baran die Gebäude des einstigen Spargelhofs – mit Liebe zum Detail, viel Geld und noch mehr Arbeit.

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Blickfang: Die sanierte Fassade des ehemaligen Spargelhofs erstrahlt in neuem Glanz.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Auf der mehr als 5000 Quadratmeter großen Anlage entsteht ein Handwerkerhof. Drei Mieter hat Unternehmer Kemal Baran dafür  bereits gewonnen: einen Tischler und einen Werbegrafiker, die Nebengebäude auf dem Hof nutzen. Zudem wird die Burgdorfer Brauerei ins Erdgeschoss im Ostteil des 110 Jahre alten Hauptgebäudes einziehen. Baran selbst wird mit seiner Sanitär- und Heizungsfirma den gesamten Westteil des Hauses beziehen.

Gekauft hat Baran die Hofstelle von der Stadt, die diese vor Jahren zusammen mit dem Großteil der Gewerbeparkflächen von Ernst Matthaei erworben hatte. Die Stadt hatte Matthaei dafür den Nießnutz der Hofstelle eingeräumt. „Mit seinem Ableben fiel alles an die Stadt“, sagt Wirtschaftsförderer André Scholz. Damit war der Weg frei, den ehemaligen Spargelhof in das Gewerbegebiet einzubinden. „Das Konzept von Herrn Baran hat uns überzeugt, sodass er den Zuschlag erhielt“, sagt Scholz.

Und das sicher zu Recht: Denn ein Abriss des 1905 erbauten Haupthauses kommt für Baran nicht in Frage. „Es steht zwar nicht unter Denkmalschutz, aber es wäre schade, ein Gebäude mit so viel Geschichte zu vernichten. Der Spargelanbau gehört nun einmal zu Burgdorf“, sagt er. Deshalb habe er so viel wie möglich gerettet und Neues an die alte Substanz angepasst.

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Seit seinem Jahr sind Baran und seine große Familie dabei, das Haus vom Dachfirst bis zum Keller zu sanieren. „Wir haben das Dach neu eingelattet, gedämmt und gedeckt. Der komplette Putz wurde abgeschlagen und erneuert. Die Zwischendecken sind jetzt gedämmt – natürlich unter Berücksichtigung des Brandschutzes“, zählt der Feuerwehrmann Baran auf. Die alten Deckenbalken wurden freigelegt und aufgearbeitet. Sie geben dem Erdgeschoss sowie dem 200 Quadratmeter großen Raum im Obergeschoss, wo einst die Stargelstecherinnen während der Erntezeit schliefen, ein besonderes Ambiente.

„Wir haben alle Versorgungsleitungen – Strom, Gas und Wasser – neu verlegt. Aus Sicherheitsgründen haben wir neue Fenster und Türen eingebaut, diese sind jedoch aus Holz und die alte Form ist geblieben“, sagt der Bauherr.

Erhalten bleiben auch die hölzernen Treppen, fast alle Innentüren, die allerdings aufwendig restauriert werden mussten, die Holzbohlen in fast allen Räumen sowie die mit Terrazzo ausgelegten Flure. Diese Bodenbeläge lässt Baran abschleifen und neu versiegeln.

Viel Arbeit hat der Unternehmer in die Außenfassade gesteckt. Das Fachwerk wurde erneuert, die Klinkerelemente, die die Fenster einrahmen, neu verfugt und marode Steine ausgetauscht. Das I-Tüpfelchen ist der Anstrich, den Baran und Maler Arif Savucu gemeinsam entworfen haben.

Zu den Kosten der Sanierung sagt Baran nur so viel: „Das Haus ist traumhaft, deshalb darf man das Ganze nicht mit Geld aufwiegen. Aber es ist ein bezahlbares Projekt, weil wir viel selber machen und keinen Zeitdruck haben.“

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