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Medizinisches Gerät auf dem Weg nach Uganda

Burgdorf Medizinisches Gerät auf dem Weg nach Uganda

Aus der Betreuung des sudanesischen Menschenrechts-Aktivisten Bushra Rahama in Burgdorf entwickelt sich ein Hilfsprojekt für ein Flüchtlingslager in Uganda: Seit Monaten sammeln Dr. Eberhard Rumpf und Thomas Müßel medizinisches Gerät und Verbandsmaterial, jetzt planen sie den Transport via Schiff.

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Betten, medizinische Geräte, Verbandsmaterial: All das wollen Eberhard Rumpf (links) und Thomas Müßel nach Uganda verschiffen - dafür brauchen sie Geld und weitere Sachspenden. Am Rechner verfolgen sie schon einmal die Schiffsroute.Betten, medizinische Geräte, Verbandsmaterial: All das wollen Eberhard Rumpf (links) und Thomas Müßel nach Uganda verschiffen - dafür brauchen sie Geld und weitere Sachspenden. Am Rechner schauen sie sich schon einmal die Schiffsroute an.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Rahama leitet die Menschenrechtsorganisation Hudo, deren Rechercheure im Bürgerkriegsgebiet im Süden des Sudans, im Südsudan und im Norden von Uganda die Verletzungen gegen das Menschenrechts zusammentragen und auswerten. "Wir kennen ihn seit etwa drei Jahren", sagt Rumpf, Facharzt für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie. Seinerzeit kam Rahama auf Vermittlung von Amnesty International nach Burgdorf und Hannover, weil er wegen seiner traumatischen Folter-Erfahrungen behandelt werden musste. "Viele Burgdorfer haben sich damals um ihn gekümmert, darunter auch die Mitarbeiter von Benefizz", sagt Rumpf und fügt hinzu, der Kontakt bestehe bis heute fort. So berichtete Rahama im Dezember 2015 bei einem Besuch in Deutschland auch im Benefizz-Laden über die aktuelle Krisensituation im südlichen Sudan.

Bei diesem Besuch bat der Aktivist seine deutschen Unterstützer um eine ganz andere Hilfe: um das Sammeln und Versenden von medizinischem Gerät und Verbandsmaterial. Denn die Kriege im südlichen und im Südsudan haben dazu geführt, dass die Krankenversorgung praktisch zusammengebrochen ist. "Krankenhäuser und Krankenstationen in den Flüchtlingslagern wurden gezielt von den Kriegsparteien zerstört", sagt Rumpf und fügt hinzu, die Folgen seien dramatisch, weil immer mehr Flüchtlinge nach Uganda strömten. So sei das Lager Kiryandongo für 4000 Menschen geplant gewesen, inzwischen leben dort mehr als 43.000 Kinder, Frauen und Männer. "Die Krankenstation ist völlig überfordert und benötigt dringend Unterstützung mit medizinischem Gerät und Verbandsmaterial", sagt Müßel, Sprecher des Bezirks Hannover von Amnesty International und Vorstandsmitglied des Netzwerks für traumatisierte Flüchtlinge Niedersachsen.

Die beiden Männer nahmen Kontakt auf zu Kliniken und Ärzten - mit Erfolg. Ein Krankenhaus spendete 20 ausrangierte Betten, ein Zahnarzt einen Behandlungsstuhl, andere Mediziner gaben Baby- und Kinderbetten, Rollstühle medizinische Instrumente und Verbandsmaterial. "Die Voraussetzung für die Einfuhr ist, dass alle Spenden noch mindestens drei Jahre verwendet werden können", sagt Müßel, der mit Rumpf auf weitere Sachspenden von Ärzten und Kliniken, aber auch Privatpersonen, zum Beispiel mit ausrangierten Verbandskästen, hofft. Sie werden im Benefizz-Laden an der Hannoverschen Neustadt und im Nachbarschaftstreff am Ostlandring angenommen. Denn der erste Container mit Hilfsgütern sei zwar inzwischen gefüllt, doch dabei wollen es die Unterstützer nicht belassen. "Wir werden die niedersächsischen Mediziner noch einmal über ihre Verbände ansprechen und um Hilfe bitten", kündigt er an. Dann solle ein zweiter Container nach Uganda verschifft werden.

Der Transport

Neben den Sachspenden benötigen Dr. Eberhard Rumpf und Thomas Müßel auch Geld, um den Transport zu bezahlen. Einen Großteil der Kosten übernimmt die Organisation Engagement Global, die auch beim Beladen des Schiffscontainers hilft. "Da geht es beispielsweise um das richtige Verpacken von elektronischen Teilen, die nicht feucht werden dürfen, und platzsparendes Stapeln der Fracht", sagt Rumpf. Seinen Angaben zufolge erstellen die Unterstützer jetzt die Frachtlisten und bereiten die Verschiffung vor. Im Spätsommer könne der Container dann vom Hamburger Hafen aus nach Mombasa gebracht werden. "Von dort aus übernimmt Bushra Rahama dann den Landtransport nach Kiryandongo", sagt Müßel.

Informationen zu den benötigten Spenden geben Rumpf unter Telefon (05136) 894623 und Müßel unter Telefon (05136) 8016444. Spenden können eingezahlt werden an Ev.-luth. Kirchenkreisamt Burgdorfer Land, IBAN: DE1352 0604 1000 0000 6076, Kennwort: DOKU-HUDO-Projekt.

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