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Versorgung durch Ärzte ist gewährleistet

Burgdorf Versorgung durch Ärzte ist gewährleistet

In Burgdorf gibt es ein gut funktionierendes Netz von Haus- und Fachärzten. Darauf haben jetzt in der Stadt niedergelassene Mediziner verwiesen. Sie wehren sich gegen aus ihrer Sicht falsche Aussagen, wonach Patienten zu lange auf einen Termin warten müssten und neue erst gar keinen bekämen.

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Lange Wartezeiten in Burgdorfer Arztpraxen? Aus Sicht der Medizinier gibt es diese nicht.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. „Wir nehmen weiterhin Patienten an“, sagt Dr. Christoph Morich und reagiert damit auf einen Brief, den ein Burgdorfer Ehepaar an den Anzeiger geschickt hatte. Es hatte von einem Aufnahmestopp geschrieben. „Als Hausarzt versorge ich an 60 Wochenstunden die Erkrankten“, sagt Morich. Auch lange Wartezeiten gebe es in seiner Praxis nicht.

Aus Sicht des Mediziners stellt sich auch die von Burgdorfern kritisierte Situation der langen Wartezeiten bei Fachärzten anders dar: „Alle hier profitieren von unseren kurzen Wegen. Da muss ich auch eine Lanze für meine fachärztlichen Kollegen brechen.“ Wenn er als Hausarzt einen Notfall behandle, könne er auch um 18.30 Uhr noch bei einem Facharzt anrufen und sicher sein, schnell einen Termin für den Patienten zu bekommen. „Das funktioniert hervorragend“, sagt der erfahrene Allgemeinmediziner. Es gebe aber auch Patienten, die keine akute Behandlung benötigten, und die deshalb etwas warten müssten.

Auch die Neurologin Dr. Stephanie Ruffert würdigt die „kurzen Dienstwege“ zwischen den Praxen. Bei ihr liege die Wartezeit bei vier bis sechs Wochen und nicht, wie von Burgdorfern kritisiert worden war, bei drei Monaten. „Wir haben eine immens hohe Nachfrage und versuchen dennoch, die Terminsituation zu verbessern.“ Aber: Die Kassenärztliche Vereinigung genehmige keinen zusätzlichen Kollegen, den sie sich sehr wünsche. „Alle Ärzte bemühen sich, allen gerecht zu werden, aber das gelingt nicht immer.“ Wie Morich bezweifelt Ruffert, dass das geplante Versorgungsstärkungsgesetz eine Lösung darstellt. „Besser wären mehr Zulassungen für Fachärzte“, sagt sie.

Damit spricht Ruffert auch dem dritten im Brief genannten Mediziner, Dr. Andreas Wehrkamp, aus der Seele. „Bei mir stimmen zwar die sechs Monate Wartezeit, die im Schreiben stehen“, sagt der Kardiologe. Doch das beziehe sich auf nicht dringend benötigte Untersuchungen. „Kein Notfallpatient wird abgewiesen“, versichert er. Wenn sich nach Rücksprache mit dem Hausarzt eine Notwendigkeit ergebe, erstelle er auch um 22 Uhr noch ein EKG. Ohne weiteren Kardiologen, der ihn und seine Peiner Kollegen im Nordosten der Region unterstütze, könne er die Wartezeit nicht verkürzen. „Auf uns lastet ein enormer Druck, denn wir dürfen nicht krank werden.“

Mit Blick auf mehr als 20 Kardiologen für gut 500.000 Einwohner in Hannover kämpfe er für Burgdorf und Umgebung für eine Sonderbedarfszulassung - bislang ohne Erfolg. Denn hier betreuten zwei Ärzte 150.000 Menschen. Als Gründe für die steigende Zahl an Patienten nennt Wehrkamp die älter werdende Bevölkerung, schnellere Überweisungen aus den Kliniken an Facharztpraxen und das Einholen einer zweiten Meinung.

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