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Veterinäramt ermittelt gegen Pferdehalter

Burgdorf Veterinäramt ermittelt gegen Pferdehalter

Eisklumpen statt Trinkwasser, unzureichende Versorgung mit Futter und mangelnde Pflege - das wirft eine Tierfreundin aus Burgdorf einem Pferdehalter vor. Nach Beschwerden und eigenen Ermittlungen hat das Veterinäramt der Region nun ein Strafverfahren eingeleitet.

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Renate Kiesow füttert täglich die Stuten auf der Weide – gegen den Halter ermittelt nun das Veterinäramt der Region. 

Quelle: Johanna Stein

Burgdorf. Renate Kiesow holt Möhren und hartes Brot aus ihrer Tasche und lockt so die Pferde an den Rand der eingezäunten Wiese. Seit vielen Jahren kommt sie fast jeden Tag her und füttert die Tiere. Den Besitzer sehe sie dabei nie. „Die armen Tiere tun mir so leid“, sagt die 75-Jährige mit Tränen in den Augen. „Sie haben kein frisches Futter und das Wasser ist gefroren“, bemängelt sie.

Offenbar ist der Zustand der Tiere nicht nur der Burgdorferin, sondern auch anderen Passanten aufgefallen, wie Carmen Pförtner, Sprecherin der Region, sagt. Ihren Angaben zufolge häufen sich die Beschwerden zur Tierhaltung auf dem Hof. „Dieser steht deshalb unter Dauerbeobachtung“, sagt Pförtner und fügt in einer Stellungnahme hinzu: Alleine in diesem Jahr waren Kontrolleure bereits viermal vor Ort. „Mittlerweile wurde auch ein Strafverfahren gegen den Halter eingeleitet“, sagt sie. Der Halter indes war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, da er derzeit im Krankenhaus ist. Seine Ehefrau äußert sich zu den Vorwürfen: „Die Tiere werden von uns versorgt. Sie bekommen jeden Tag frisches Wasser und frisches Heu.“ Kiesow habe sich schon häufiger beschwert und Polizei sowie Veterinäramt alarmiert, was weder sie noch ihr Mann nachvollziehen könnten.

Haltern, die gegen das Tierschutzgesetz verstoßen, drohen bei Ordnungswidrigkeiten bis zu 25.000 Euro Bußgeld und bei Straftaten sogar bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe. „Im Jahr 2015 gab es insgesamt 318 Tierschutzbeschwerden in der Region“, sagt Pförtner. Sie rät allen, denen nicht artgerechte Tierhaltung auffällt, sich an den Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover unter Telefon (0511) 61622095 und außerhalb der normalen Dienstzeit in dringenden Fällen an die Polizei zu wenden.

Von Johanna Stein

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