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Viele Flüchtlinge nutzen die Bücherei

Burgdorf Viele Flüchtlinge nutzen die Bücherei

Kostenloses WLAN und Medien, die beim Sprache lernen helfen: Auch auf die Mitarbeiter der Stadtbücherei Burgdorf wirken sich die stetig steigenden Flüchtlingszahlen aus - und sie stellen die Mitarbeiter vor neue Aufgaben.

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Marcus Sulfert, Fachangestellter für Medien und Informationsdienste in der Stadtbücherei Burgdorf, zeigt eine Auswahl an Medien zum Deutsch lernen.

Quelle: Sandra Köhler

Burgdorf. Seit einigen Monaten gibt es in der Stadtbücherei an der Sorgenser Straße kostenloses WLAN. Wer dies nutzen will, lässt sich an der Ausleihe ein Ticket geben. Mit dem darauf vermerkten Benutzernamen plus Code kann sich der Besucher dann unkompliziert über Smartphone oder Tablet für eine Stunde ins Internet einloggen. Wem diese Zeit zu kurz ist, erhält problemlos ein weiteres Ticket.

„Das hat sich mittlerweile besonders unter den Flüchtlingen herumgesprochen“, sagt die Bücherei-Leiterin Andrea Nehmer-Rommel. Sie habe beobachtet, dass sich viele von ihnen deshalb verstärkt in der Bücherei aufhalten. Einige Wochen lang seien so täglich immer neue Gesichter zu beobachten gewesen. Ein Problem sieht die Büchereileiterin darin nicht: „Bibliotheken sind öffentliche Einrichtungen, die natürlich auch ohne Leseausweis genutzt werden können.“

So verabredeten sich Flüchtlingsbegleiter auch schon einmal mit ihren Schützlingen zum Sprachunterricht in der Einrichtung. Denn diese hält einige Materialien zum Spracherwerb und zur Vertiefung bereit. Neben Lehrwerken für Deutsch als Zweitsprache gibt es etwa auch Kochbücher und Bildwörterbücher. Aufgrund des hohen Bedarfes will Nehmer-Rommel den Bestand der Bücherei in diesem Bereich aus eigenen Mitteln künftig deutlich ausbauen: „Wir haben schon geguckt und werden uns zusammensetzten, um zu schauen, was Sinn macht. Gerade im Hinblick auf die Nationalitäten, die überwiegend nach Burgdorf kommen.“ Deshalb habe die Einrichtung mit Blick auf die dort angebotenen Sprachkurse auch Kontakt zur Volkshochschule und zu Karin de Buhr, der Standortleitung vom Zentrum für integrative Berufsbildung in Celle, aufgenommen.

Passend dazu hat sich die Bibliothek für zwei Projekte der Niedersächsischen Büchereizentrale beworben: Gefördert von Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend, Familie und dem Ministerium für Wissenschaft und Kultur gibt es sogenannte literarische Willkommenspakete. Diese können und sollen an kommunale oder soziale Einrichtungen weitergegeben werden, die mit Flüchtlingen arbeiten. „Wenn wir ausgewählt werden, würden wir diese Bücher gerne ans Burgdorfer Mehrgenerationenhaus weitergeben“, sagt Nehmer-Rommel.

Das zweite Projekt wird von der VGH-Stiftung unterstützt und umfasst sortierte Bildwörterbücher, die in den Bestand der Bücherei aufgenommen werden könnten. „Es würde uns sehr freuen, wenn wir zumindest für eines der Projekte ausgewählt würden.“

Von Sandra Köhler

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