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Viele Kunden sind wegen EHEC verunsichert

Burgdorf/Uetze Viele Kunden sind wegen EHEC verunsichert

Die beunruhigenden Nachrichten über die täglich steigende Zahl von EHEC-Erkrankungen lässt die Burgdorfer nicht kalt. Dass die Menschen ihren Speiseplan umstellen, merken auch einige Händler auf dem Burgdorfer Markt.

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Am Stand von Christine Hasenclever herrscht reger Andrang nach frischem Gemüse.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Die Reihe der Gemüsestände ist am Mittwoch sichtbar gelichtet. „Am besten, wir machen 14 Tage Pause“, sagt Markthändler Horst Bethmann aus Burgdorf. Die Leute seien stark verunsichert, manche kauften noch nicht einmal Kohl. An ihrem Stand bieten die Bethmanns Blattsalate und Gurken nur in geringer Zahl an, Tomaten sucht man vergeblich. „Für uns ist das sehr ärgerlich, wir müssen jetzt vieles entsorgen.“

Entspannt steht dagegen Händlerin Christine Hasenclever hinter ihrem Marktstand, an dem die Kunden fleißig einkaufen. „Wir kaufen seit Jahren vom gleichen Händler auf dem Großmarkt“, sagt Hasenclever. „Wir essen die Ware auch selbst.“ Die Qualität sei immer einwandfrei. Darauf vertraut auch Cornelia Giere. Sie hat Gurken aus der Pfalz bei Hasenclever eingekauft. „Man muss nicht zu ängstlich sein“, sagt die Rechtsanwältin. Sie wasche und schäle die Gurken. „Ansonsten vertraue ich auf mein gesundes Immunsystem.“

Seit die spanischen Gurken offenbar aus dem Schneider sind, greifen die Kunden im Supermarkt am Schützenplatz wieder zu. „Seit Dienstag werden wieder Gurken gekauft“, sagt Marktleiter Sven Fritsch. Doch nicht alle Burgdorfer sind so gelassen: Viele lassen nach eigenen Angaben alles Rohe weg, manche essen stattdessen Äpfel.

Die Ladenhüter der Supermärkte landen allerdings nicht bei der Burgdorfer Tafel. „Wir haben in der letzten Woche gar keine Gurken von den Märkten bekommen“, sagt Tafelleiterin Kirsten Idler, „dafür aber anderes Obst und Gemüse reichlich.“ Nur vier der 165 Familien, die sich bei der Tafel versorgen dürfen, hätten kein Gemüse gewollt. „Was jetzt im Handel ist, ist einwandfrei“, ist Idler überzeugt, die derzeit auf einem Kongress weilt, bei dem es auch um die EHEC-Erkrankungen geht.

Die niedersächsischen Gemüseanbaubetriebe sind nach Auskunft des Landwirtschaftsministeriums frei von EHEC. „Wir haben nirgends den Erreger gefunden“, sagt Ministeriumssprecher Gert Hahne. Veterinäre haben in den Betrieben fast buchstäblich jeden Stein umgedreht. Untersucht wurde laut Hahne Boden, Wasser, Dünger, Transportfahrzeuge, Waschanlagen und Lagerräume.

Doch das Vertrauen der Verbraucher ist erschüttert. „Es gibt zwar Kunden, die differenzieren, doch andere sind total verunsichert“, sagt Thomas Klages, der in Katensen Biogemüse anbaut und auf Märkten selbst verkauft. „Das ist alles andere als erfreulich.“ Dabei unterlägen Gemüseanbauer regelmäßigen Kontrollen, sagt er.

Anette Wulf-Dettmer

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