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Von der Ruine zum Schmuckstück

Burgdorf Von der Ruine zum Schmuckstück

Seit zwölf Jahren saniert Hans-Georg Dehne das älteste Gebäude der Stadt. Die Schritte von der Ruine zum Schmuckstück dokumentiert eine Fotoausstellung im Rathaus I, die am 15. November eröffnet wird.

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Das Fachwerkgebäude Kleine Bahnhofstraße 9 gilt als ältestes Haus der Stadt. Hans-Georg Dehne saniert es seit rund zehn Jahren.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf.  „Wer in Eigenregie ein mehr als 350 Jahre altes Haus renoviert, der hat etwas zu erzählen“, schrieb der Anzeiger für Burgdorf im Juli 2005. Damals hatte Hans-Georg Dehne das Fachwerkhaus Kleine Bahnhofstraße 9 gerade gekauft, um es nach allen Regeln des Denkmalschutzes zu sanieren. Was seitdem bei der Renovierung des ältesten Hauses der Stadt passiert ist und welche Überraschungen Dehne in den vergangenen 12 Jahren in dem historischen Gebäude erlebt hat, davon berichtet eine Fotoausstellung, die am Mittwoch, 15. November, um 18 Uhr im altehrwürdigen Rathaus an der Marktstraße 55 eröffnet wird. 

Die Ausstellung „Mit meiner Hände Arbeit – Hans-Georg Dehne und die Sanierung von Burgdorfs ältestem Haus“ hat der Fotograf Andreas Thomann, ein Freund Dehnes, konzipiert. Er hat den langwierigen Sanierungsprozess fotografisch dokumeniert. Thomann bevorzugt die Schwarz-Weiß-Fotografie und verzichtet bewusst auf eine Nachbearbeitung am Computer. Die Spezialität des Autodidakten sind Langzeitprojekte.

Vor 12 Jahren öffnete Dehne das Ackerbürgerhaus, das 1648 erbaut wurde und als eines der wenigen den verheerenden Stadtbrand vor rund 200 Jahren überstanden hat, für die Öffentlichkeit. Er hatte das Haus gerade gekauft und noch nichts renoviert. „99 Prozent der Besucher werden zwar die Hände überm Kopf zusammenschlagen und sagen, darin kann man doch nicht wohnen“, sagte Dehne damals. Jetzt können die Bürger schauen, was Hausherr Dehne aus der Ruine gemacht hat. Denn nach der Vernissage am nächsten Mittwoch kann das Fachwerkhaus besichtigt werden. 

Juni 2011

Juni 2011: Hans-Georg Dehne stampft den eigenhändig hergestellten Strohlehm zur Wärmeisolierung der Wände fest.

Quelle: Norbert Korte (Archiv)

Abgeschlossen ist die Sanierung noch immer nicht, aber die Arbeiten neigen sich ihrem Ende entgegen. Dehne hat fast alles in Eigenleistung gestemmt. Fachwerk und Dachstuhl hat er soweit wie möglich erhalten. Die Hälfte der alten Dachziegel waren noch in gutem Zustand und konnte wiederverwendet werden. Dehne hat Gefache mit sogenannten Handbackern ausgemauert. Am Ostgiebel hat er die Wand mit selbst hergestelltem Stampfstrohlehm gefüllt. Alle Innenwände wurden mit Lehm verputzt. Sämtliche Fenster hat Dehne ersetzt – und zwar neuen Fenstern, die nach alten Vorlagen gefertigt worden sind.

Bürgermeister Alfred Baxmann wird die Ausstellung im Rathaus I am 15. November um 18 Uhr eröffnen. Die Fotodokumentation kann bis zum 26. Januar dort während der regulären Öffnungszeiten der Verwaltung angeschaut werden: montags von 8 bis 15.30 Uhr, mittwochs und freitags von 8 bis 13 Uhr sowie donnerstags von 8 bis 18 Uhr.

Von Anette Wulf-Dettmer

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