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Vorbereitungen für Erzieherstreik laufen

Burgdorf/Lehrte/Sehnde/Uetze Vorbereitungen für Erzieherstreik laufen

Dass Verdi den Schlichterspruch im Kita-Arbeitskampf nicht umgehend akzeptiert, haben die Kommunen wohl geahnt: In den Rathäusern organisieren Mitarbeiter bereits die Notbetreuung für einen möglichen neuen Streik.

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Erzieherinnen aus Lehrte weisen vor einer Ratssitzung auf ihre Situation beim Kita-Streik hin.

Quelle: Oliver Kühn (Archiv)

Burgdorf. Eigentlich stand die Verwaltung in Uetze am Mittwoch ganz im Zeichen eines Betriebsausflugs. Für die Teamleiterin Kitas, Familien und Senioren, Tamara Möller, und ihre Kollegen galt das aber nicht. Sie trafen sich zu einer außerplanmäßigen Dienstberatung - und seit dem Nachmittag steht fest: Bei einem erneuten Streik wird es in den großen Einrichtungen eine eingeschränkte Betreuung geben. Je eine Gruppe öffnet in der Buddelkiste, im Schneckenhaus, im Storchennest und im Familienhaus sowie wohl eine für Krippenkinder bei den Auezwergen. „Allerdings alle ohne Früh- und Spätdienst“, betont Möller.

„Gegebenenfalls ab Montag können wir Notbetreuungsplätze anbieten“, sagt auch Eva-Maria Dobriloff, Sprecherin der Stadt Burgdorf, und fügt hinzu, die zuständige Fachabteilung sei auf einen unbefristeten Streik eingestellt. Wie viele Plätze letztlich zur Verfügung stünden, das sei noch nicht bekannt.

„Lehrte wird wieder sehr kurzfristig alles daransetzen, ein gewohnt gutes Betreuungsangebot in Notgruppen zu schaffen“, sagt Stadtsprecher Fabian Nolting. Seinen Angaben zufolge fragt die Verwaltung bei den Eltern zunächst den Bedarf ab und trägt zusammen, welche Mitarbeiter nicht streiken und deshalb eine Betreuung mit übernehmen können. „Wir hoffen, dass wir wieder so viele Plätze wie beim letzten Streik einrichten können“, sagt er und empfiehlt Familien, sich in den Einrichtungen und im Internet auf lehrte.de zu informieren. Eine Notbetreuung in Sehndes Einrichtungen? „Ja“, sagt Bürgermeister Carl-Jürgen Lehrke.

Ab wann die kurzfristigen Angebote greifen, steht indes noch nicht fest. Denn Verdi will seine Mitglieder befragen und parallel weiter verhandeln. Bliebe es bei dem jetzt ausgehandel-ten Schlichterspruch mit einem durchschnittlichen Tarifabschluss von 3,3 Prozent, dann rechnet Burgdorf mit zusätzlichen Personalkosten von jährlich 167.000 Euro und Sehnde mit Mehrausgaben zwischen 130.000 und 170.000 Euro. Bei den zunächst von Verdi geforderten 10 Prozent müsste Uetze etwa 820.000 Euro ausgeben. Lehrte will vor einer Berechnung erst das genaue Ergebnis abwarten. Eingeplant hat keine der vier Kommunen den neuen Abschluss, weil die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst wie alle anderen kommunalen Mitarbeiter zum 1. März bereits die reguläre Tariferhöhung erhalten hatten.

Offen ist, ob die Kommunen die Elternbeiträge wegen des Tarifabschlusses erhöhen werden. „Der Kostendeckungsgrad ist jetzt schon sehr gering“, sagt Möller und fügt hinzu, es sei eine politische Entscheidung, ob er sich nach dem Tarifabschluss weiter reduziere. „Eine Debatte steht aber ohnehin nach einer bestimmten Zeit immer wieder an“, sagt sie. Eine Anpassung der Beiträge sei derzeit nicht vorstellbar, heißt es in Burgdorf - ähnlich wie in Sehnde. „Die Entwicklung wird von den tatsächlichen Auswirkungen abhängen“, sagt Nolting.

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