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Jutta Goldbach tritt ab - nach 25 Jahren

Burgdorf Jutta Goldbach tritt ab - nach 25 Jahren

"Kinder sind mein Thema", sagt Jutta Goldbach - und liefert den Beweis gleich mit: Denn die dreifache Mutter und Lehrerin leitete gut 25 Jahre den Kinderschutzbund in Burgdorf. Jetzt hat sie sich aus diesem Amt verabschiedet.

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Nach über 30 Jahren ist Schluss: Jutta Goldbach leitet nicht mehr den Kinderschutzbund.

Quelle: Bismark

Burgdorf. Ein Telefon im Haus der Vorsitzenden, kleine Klönrunden in Kneipen, große Pläne: So lässt sich der Start des Kinderschutzbundes vor mehr als drei Jahrzehnten beschreiben. "Eines ist bis heute gleich geblieben, alle sind noch immer mit dem Herzen dabei", sagt Goldbach. Auf allen anderen Feldern indes änderte sie viel und vieles grundlegend.

Sie war gerade mit ihrem Mann und ihren drei Kindern zwischen zwei und sechs Jahren nach Burgdorf gezogen, als sie über eine Freundin den Weg zum Kinderschutzbund fand. "Damals fand ich das Leben mit kleinen Kindern mitunter grenzenlos anstrengend, wollte also den Kontakt zu anderen Müttern", blickt sie zurück. Beim ersten Treffen im Jahr 1990, dessen Protokoll sie noch hütet, passten alle Aktive noch an einen nicht besonders großen Tisch. "Auffallend war, dass die Ehrenamtlichen ganz viele Themen bearbeiten wollten."

Dafür aber, befand die Neueinsteigerin, fehlten schlicht die Voraussetzungen: "Man kann keine Beratungsgespräche führen, wenn es keinen Rückzugsraum gibt", nennt sie ein Beispiel. Also warb sie Mitglieder, um freiwillige Mitstreiter und Beitragszahler gleichermaßen zu gewinnen. "Dann entwickelte sich alles Schritt für Schritt." Der Verein fand Räume, bekam Telefon und etliche Ehrenamtliche - die zunächst etliche Umzüge quer durchs Stadtgebiet absolvieren mussten, ehe sie im heutigen Domizil auf dem Pausenhof der Grund- und Hauptschule im wahrsten Sinn des Wortes ankamen.

"Hier holen wir die Kinder und ihre Familien an einem Ort ab, an dem sie ohnehin sind", sagt Goldbach. Daraus entwickelte sich dann Ende der 1990-er Jahre ein Angebot, das seinerzeit absoluten Modellcharakter hatte und bis heute fortbesteht: die Betreuung der Schüler vor und nach dem Unterricht. "Am Anfang waren die Eltern ja noch skeptisch, aber schon im zweiten Jahr gab es eine Warteliste." Denn die Kinderschützer entwickelten für jedes Kind eine maßgeschneiderte Betreuung. Das wiederum ging nicht ohne Profis: "Für ein solches Angebot braucht man eine hohe Verlässlichkeit von kompetenten Mitarbeitern." Diese habe der Kinderschutzbund trotz des mitunter geringen Entgelts immer gefunden, das sei ein Glücksfall.

Wenn Goldbach von den folgenden Jahren spricht, scheint ein jedes davon von einem neuen Projekt geprägt, das der Verein nicht nur angeschoben, sondern auch umgesetzt hat: pädagogischer Mittagstisch, ein Stadtplan für Kinder, Hausaufgabenbetreuung, Lesementoren, Frühstück vor der Schule. Als besonderen Erfolg zwischen diesen ebenfalls erfolgreichen Angeboten wertet die einstige Vorsitzende den Kleiderladen an der Hannoverschen Neustadt. "Damit sind wir einmal mehr in den Blickpunkt gerückt", hat sie festgestellt.

Was nach viel Arbeit klingt, ist auch viel Arbeit. Doch sie habe aus dem Ehrenamt gelernt, nicht aufzugeben, Kontakte zu knüpfen und zu halten und dann einen neuen Weg gemeinsam mit anderen zu suchen, wenn sich der ursprüngliche nicht realisieren lässt. "Das hat mir auch als Lehrerin geholfen."

Ganz zurückziehen aus dem Kinderschutzbund will sich Goldbach nicht. Im Ruhestand will sie Familien schulen in den Kursen "Starke Eltern, starke Kinder", die ebenfalls zur Arbeit des Vereins gehören. Den Rückzug zum jetzigen Zeitpunkt begründet sie damit, dass mit Annegret Lange-Kreuzfeldt eine Koordinatorin die Fäden zusammenhält, die alle Projekte kennt und managen kann. "Und mit Heidi Mikoleit haben wir eine tolle Nachfolgerin gefunden." Goldbachs Wunsch: "Vielleicht lässt sich der Anbau an unsere Räume doch noch irgendwann realisieren."

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