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Schulpolitiker liefern sich Redegefecht

Burgdorf Schulpolitiker liefern sich Redegefecht

Die Kommunalwahl im September wirft ihre Schatten voraus. In der letzten Ratssitzung vor der Sommerpause lieferten sich Redner der rot-grünen Ratsmehrheit und der CDU am Donnerstagabend eine kurze, heftige Redeschlacht zur Schulpolitik. Dabei herrschte Einigkeit: Die Stadt soll gründlicher planen.

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Zankapfel der Schulpolitiker: Die im Bau befindliche neue Gundrun-Pausewang-Grundschule in der Südstadt.

Quelle: Joachim Dege

Burgdorf. Zuhörer konnten in der Ratssitzung den Eindruck gewinnen, als ginge es um die Zukunft der Schullandschaft. Weit gefehlt. Der Rat hatte nur abzustimmen über die Schulraumbedarfsplanung für die Grundschulen. Diese soll als Datengrundlage die Basis bilden für eine um die weiterführenden Schulen zu ergänzende Schulentwicklungsplanung. Für diese allerdings muss der Rat während der Etatberatungen im Herbst erst noch zusätzlich benötigtes Verwaltungspersonal bewilligen. Dass die Schulraumbedarfsplanung Hand und Fuß hat, war gänzlich unstrittig. Wie am Ende das Abstimmungsergebnis verdeutlichen sollte.

Gleichwohl ging es kurz einmal hoch her. SPD-Ratsfrau Christiane Gersemann lobte die Datensammlung als brauchbare Entscheidungsgrundlage, die zum richtigen Zeitpunkt komme. Denn jetzt seinen die Strukturen in Burgdorfs Schullandschaft klar, sodass man sich an den von der Elternschaft mit Hartnäckigkeit durchgesetzten Schulentwicklungsplan machen könne.

Das wollte der CDU-Fraktionsvorsitzende Mirco Zschoch so nicht stehen lassen. Ein Schulentwicklungsplan hätte längst aufgelegt werden müssen, sei aber am SPD-Bürgermeister und seiner Ratsmehrheit gescheitert. Zschoch warf Rot-Grün Planlosigkeit vor. Er krönte seine Einlassungen unter Hinweis auf die bevorstehende Kommunalwahl mit der sarkastischen Bemerkung: "Machen Sie nur weiter so."

Detlef Knauer von den Grünen sagte, die Schulraumbedarfsplanung bilde "nur die Grundlage für alles, was wir in den nächsten Jahren beschließen werden." Bei der Schulentwicklung sei Burgdorf gut beraten, über den Tellerrand zu blicken und dabei Uetze und Lehrte einzubeziehen.

Zschoch beharrte, eine Schulentwicklungsplanung sei seit Jahren überfällig. Rot-Grün habe sich dieser in den Weg gesellt. Drum habe die CDU die IGS auch nicht wegen der Schulform abgelehnt, sondern einzig wegen des bis heute fehlenden Finanzierungskonzepts. "Wir schätzen die Aufbauarbeit der IGS. Aber wenn der Aufbau 50 Millionen kostet, müssen Sie in anderen Bereichen Kahlschlag betreiben", sagte der CDU-Politiker. Der Linke Michael Fleischmann assistierte: Hätte es vor drei Jahren eine Schulentwicklungsplanung gegeben, wäre der Abriss des C-Trakts des Gymnasiums zugunsten eines Neubaus der Gudrun-Pausewang-Grundschule vermeidbar gewesen.

Die Behauptung, ein IGS-Teilneubau würde die Stadt 50 Millionen Euro kosten, "ist Wahlkampfgetöse", konterte SPD-Fraktionschef Gerald Hinz. WGS-Ratsherr Wolfgang Obst, ehedem Mitglied der CDU-Fraktion, warf der CDU Scheinheiligkeit vor. Diese sei von je her aus ideologischen Gründen gegen die IGS-Gründung gewesen.

Am Ende der Debatte herrschte wieder Frieden. Die Vorlage zur Schulraumbedarfsplanung für die Grundschulen passierte den Rat einstimmig.

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