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Als Atemschutz dient nasses Tuch

Waldbrandkatastrophe von 1975 Als Atemschutz dient nasses Tuch

Gerhard Hogreve, Landwirt und früherer Ortsbürgermeister Ramlingens erinnert sich an die Waldbrandkatastrophe von 1975. Erst nach einer Woche wurde das Feuer offiziell für gelöscht erklärt.

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Gerhard Hogreve erinnert sich noch sehr gut an den Sommer 1975 und den verheerenden Waldbrand in der Region.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Ramlingen. Ich war eine Woche lang war im Ramlinger Wald, um das Feuer zu löschen“, berichtet Gerhard Hogreve, Landwirt und früherer Ortsbürgermeister Ramlingens. Damals, im August 1975, war Hogreve gerade 22 Jahre alt. Doch an die Ereignisse vor 40 Jahren erinnert er sich, als sei das alles erst vor Kurzem geschehen:

„Es war Sonnabend, 9. August, und wir feierten den 16. Geburtstag meiner späteren Frau. Gegen 23 Uhr erfuhren wir von Karl-Heinz Blume, damals Gruppenführer der Feuerwehr Ramlingen-Ehlershausen, dass wir Sonntag um 4 Uhr nach Meinersen zum Waldbrand ausrücken sollten. Mittags forderten wir von dort unsere Ablösung aus Ramlingen an.

Waldbrandkatastrophe von 1975

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In der Folge war unser Dorf über Stunden praktisch verwaist. Denn die Älteren, so ab 50, waren auf einer Wochenendfahrt und würden erst am Abend zurückkommen. Alle Fahrzeuge bis auf ein 2000-Liter-Wasserfass waren ebenfalls unterwegs. Dadurch ging kostbare Zeit verloren, sodass sich das Feuer mit dem Südostwind in Richtung Ramlinger Dennen ausbreiten konnte. Ein Segelflieger hatte den Rauch etwa 1,5 Kilometer nördlich des Dorfs am Akazienweg entdeckt.“

Zuhause wurden die Gruppe schon ungeduldig erwartet: „Man drückte uns Brotstullen in die Hände. Dann stiegen wir in die inzwischen eingetroffenen Tanklöschzüge der Flughafenfeuerwehr, um diese am Brandort einzuweisen. Nachts um 2 Uhr bin ich dann kurz zum Schlafen gegangen.“

Am Montag drehte der Wind und entfachte das Feuer neu: „Das war ein großes Problem. Vom Akazienweg aus sind wir dem Feuer entgegengegangen - wegen der Rauchentwicklung tief in der Hocke. Immer drei Mann an einem Strahlrohr. Unser einziger Schutz gegen die Rauchschwaden war unser nasses Taschentuch.“

Das Feuer wurde nach einer Woche offiziell für gelöscht erklärt. „Doch bis November bin ich regelmäßig mit dem Wasserfass in den Wald gefahren, um Glutnester zu wässern. Denn das Feuer hatte sich tief in den Boden gefressen.“

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