Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 14 ° wolkig

Navigation:
Meine Meinung: Das Land ist am Zug

Burgdorf Meine Meinung: Das Land ist am Zug

Die Zunahme des Güterzug- und Flugverkehrs, der Strukturwandel in den landwirtschaftlich geprägten Ortsteilen: In Burgdorf gibt es etliche Probleme und Entwicklungen, bei denen das Land gefordert ist, meint
 Anette Wulf-Dettmer.

Voriger Artikel
Stadt plant pflegefreie Urnengräber
Nächster Artikel
Ferienkinder besuchen die HAZ-Redaktion

Die Zahl der Güterzüge, die täglich durch das Burgdorfer Stadtgebiet rattern, sollen sich bis 2030 verdoppeln.

Quelle: Symbolbild

Burgdorf. Keine Frage: Auch Burgdorf braucht größere finanzielle Unterstützung vonseiten des Landes – da geht es der Stadt nicht anders als anderen Kommunen landauf landab. Zu recht fordert Bürgermeister Alfred Baxmann, dass den Kommunen für die vielfältigen Aufgaben, die ihnen Bund und Land übertragen, auch die finanziellen Mittel bereitgestellt werden müssen. Denn die Möglichkeiten der Kommunen, ihre finanzielle Situation aus eigener Kraft – sprich durch Anhebung von Grund- und Gewerbesteuern – zu verbessern, sind begrenzt. Wenn das Land die kommunale Selbstverwaltung nicht gefährden will, ist eine Neuverteilung des Steueraufkommens erforderlich.

Doch Burgdorf ist ebenso auf die Unterstützung des Landes angewiesen, wenn es die Lebensqualität für seine Bürger erhalten will. Da sind zum einen die Güterzüge, die mitten durchs Stadtgebiet rattern und deren Zahl sich in den nächsten zehn bis 15 Jahren voraussichtlich verdoppelt. Damit die Belastung nicht weiter wächst für die Menschen, die an der Strecke in Ehlershausen, Otze, Burgdorf und Alt Ahrbeck leben, ist die Hilfe der Landespolitiker unabdingbar. Sie müssen sich dafür einsetzen, dass das im Dialogforum Schiene-Nord vereinbarte Konzept zum Ausbau des Güterverkehrsnetzes in Niedersachsen mit den daran geknüpften Bedingungen – vom Lärmschutz bis zum Geld für städtebauliche Projekte – auch umgesetzt wird.

Zum anderen ist der Flugverkehr über den Dächern der Stadt längst zu einer Belastung für die Bürger geworden. Denn Burgdorf ist inzwischen ein bevorzugter Wendepunkt für Flugzeuge, die in Langenhagen landen wollen. Eine Entlastung könnte ein Nachtlande- und -startverbot bringen, wie es längst für andere, auch größere Flughäfen in Deutschland gilt. Anordnen kann das aber nur das Land.

Nicht zuletzt hat die Landwirtschaftspolitik des Landes Einfluss auf die Entwicklung Burgdorfs. Schon jetzt ächzen die Landwirte unter der überbordenden Bürokratie aus Brüssel und Berlin. Da muss Hannover nicht noch draufsatteln – in dem Glauben, dadurch die bäuerlichen Familienbetriebe zu fördern. Das Gegenteil ist der Fall! Je mehr Auflagen die Betriebsentwicklung hemmen und die Arbeitskraft der Eigentümer binden, desto mehr Bauern werden aufgeben müssen. Übrig bleiben die Großbetriebe, die mit wenigen Arbeitskräften und gigantischen Maschinen Tausende Hektar Land bewirtschaften.

Doch ohne bäuerliche Familienbetriebe verlieren die Dörfer Arbeitsplätze, Wirtschaftskraft, Infrastruktur und schließlich ihre Identität.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6x3iw95vvaqed467o8
130 Erzieher üben die Arbeit mit Eltern

Fotostrecke Burgdorf: 130 Erzieher üben die Arbeit mit Eltern