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Wieder Streit um die Radwege

Schillerslage Wieder Streit um die Radwege

Die Neuregelung des Radverkehrs erreicht jetzt auch Schillerslage. Auf der Ortsdurchfahrt sollen Radler künftig auf der Straße fahren müssen. Im Ort regt sich Kritik.

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Ortsbürgermeister Manfred Dunker ist skeptisch: Im nächsten Jahr sollen Radfahrer auf der Schillerslager Ortsdurchfahrt nicht mehr auf dem Fußweg fahren dürfen. Sie müssen sich dann die Straße mit den Autofahrern teilen.

Quelle: Eike Brunhöber

Burgdorf. Wolfgang Zimmermann ist das Ganze nicht geheuer. Mehr als 7000 Fahrzeuge sind täglich auf der Schillerslager Ortsdurchfahrt unterwegs, der Ort klagt über viel Durchgangsverkehr. Und auf diese Fahrbahn sollen sich jetzt auch die Fahrradfahrer wagen. „Seit 40 Jahren fahre ich in Schillerslage Fahrrad. Der Rad- und Fußweg reicht vollkommen aus. Alles was zusätzlich auf die Straße verlegt wird, erhöht die Gefahr“, sagte der passionierte Radler Zimmermann am Montagabend in der Sprechstunde des Ortsbürgermeisters Manfred Dunker (CDU).

Laut Rechtsprechung und novellierter Straßenverkehrsordnung soll es für Radwege nur dann eine Benutzungspflicht geben, wenn auf der Straße eine konkrete Gefahr drohen würde. Diese gibt es auf der Ortsdurchfahrt nach Ansicht der Stadtverwaltung nicht. Der Fußweg indes sei für ein Nebeneinander von Fußgängern und Radlern zu schmal. Also sollen Radler ab 2015 nur noch auf der Straße fahren dürfen. Die Polizei und der ADFC sehen die Sache genauso.

Auf der Sprengel- und der Engenser Straße soll es dann einen Schutzstreifen geben: einen mit einer gestrichelten Linie markierten Fahrstreifen für Radler. Befürworter halten Schutzstreifen für sicherer als Radwege, weil Radfahrer auf ersteren von Autofahrern besser wahrgenommen würden, insbesondere beim Abbiegen und an Grundstückseinfahrten.

In Otze und Ramlingen/Ehlershausen waren ähnliche Pläne auf Widerstand in den Ortsräten gestoßen. Auch in Schillerslage bahnt sich ein Konflikt an. Die drei CDU-Vertreter im Ortsrat halten die Gefahr auf der Straße für größer und wollen den kombinierten Geh- und Radweg behalten, sagt Dunker: „Wir wollen uns solche Sachen nicht aufs Auge drücken lassen - schon gar nicht, wenn die Sicherheit leidet.“ Die beiden WGS-Vertreter halten einen Schutzstreifen zwar für sinnvoll, wollen aber, dass die Radler zwischen Straße und Radweg wählen dürfen: „Wir lassen uns nicht auf die Fahrbahn zwingen“, sagt Ortsratsmitglied Ernst-August Thieleking.

Nun entscheidet die Politik. Am Dienstag, 16. September, berät der Verkehrsausschuss des Rates, am Donnerstag, 18. September, der Ortsrat. Das letzte Wort hat der Verwaltungsausschuss des Rates.

Kommentar: Auf der Straße droht Gefahr

Schutzstreifen sind an vielen Orten eine gute Sache. In Schillerslage aber nicht. Carl Jürgen Lehrke, Bürgermeister in Sehnde, hat zur neuen Radwege-Rechtslage einmal einen sehr schönen Satz gesagt: Dort, wo Radwege unfallträchtig seien, sollte eine Straße für Radler freigegeben werden – „aber nicht dort, wo Ruhe im Karton ist“. Auf der Schillerslager Ortsdurchfahrt ist Ruhe im Karton. Dort verstehen sich die Radler mit den Fußgängern auf dem kombinierten Rad- und Fußweg recht gut. Mit den schweren und breiten landwirtschaftlichen Maschinen sowie den Lastwagen auf der schmalen Sprengelstraße dürfte das eher nicht der Fall sein. Hier droht beim Überholen Gefahr für die Radler. Sie sind auf dem Rad- und Fußweg besser aufgehoben.

Von Eike Brunhöber

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