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Wildschweine zerstören Wiesen

Burgdorf/Uetze Wildschweine zerstören Wiesen

Sie kommen nachts, pflügen Wiesen und Straßenränder um: Wildschweine bereiten Jägern und Landwirten zunehmend Sorgen, weil sie viel Schaden anrichten und intelligent genug sind, selbst Treibjagden unbeschadet zu überstehen.

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Wildschweine haben im Burgdorfer Holz die Pferdeweide des Heidhofs umgegraben.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. „Ich kann mich nicht erinnern, dass unser Grünland schon einmal so schlimm aussah wie in diesem Winter“, sagt der 80-jährige Altbauer Helmut Habermann aus Hänigsen.

„Der milde Winter, kaum Schnee und eine reiche Eichelernte bieten den Wildschweinen derzeit ideale Lebensbedingungen und erschweren gleichzeitig die Jagd“, sagt Hans-Otto Thiele vom Schwarzwildring Burgdorf-Uetze. Er rechnet deshalb damit, dass die Population explodieren wird. „Die ersten Bachen haben bereits im November Frischlinge gesetzt“, sagt Thiele. Normalerweise werden diese Mitte/Ende Januar geboren. Bleibe der Winter so mild, seien die Überlebenschancen für die Jungtiere sehr gut.

Der November-Nachwuchs wird laut Thiele sogar noch in diesem Jahr geschlechtsreif, sodass sich das Wachstum der Population weiter beschleunigt. Die jährliche Vermehrungsrate liege bei 400 Prozent, sagt Thiele: „Nur um den Bestand stabil zu halten, müssten die Jäger diesen ganzen Zuwachs schießen.“

Doch das gelingt seit Jahren nicht mehr. Erlegt wurden 2015 und 2014 jeweils nur 220 Wildschweine im Schwarzwildring, zu dem das Burgdorfer Holz, die Flächen rund ums Altwarmbüchener Moor sowie die Eigenjagd von Rheden in Wathlingen gehören. In der Region Hannover dürfen Wildschweine laut Thiele das ganze Jahr über bejagt werden.

In der 420 Hektar großen Hänigser Jagd hatte Jagdpächter Werner Bergmann kurz vor Silvester eine Treibjagd auf Schwarzwild angesetzt. Das Ergebnis eines langen Jagdtags mit 20 Jägern und zehn Treibern: drei erlegte Wildschweine. „Selbst mit Hunden ist es schwierig, die Tiere aus dem Wald zu jagen. Sie sind intelligent und lassen sich nicht aus der Reserve locken“, sagt Bergmann, der auch Landwirt ist.

Er plant in den nächsten Monaten keine weitere Treibjagd. Die Jäger wollen stattdessen die Schweine vom Ansitz aus bejagen - ob mit Erfolg, ist fraglich. Denn die Eichel- ernte ist so üppig ausgefallen, dass die Schwarzwildrotten nur noch in der Dunkelheit das schützende Unterholz verlassen, um sich mit tierischem Eiweiß zu versorgen. „Dafür durchpflügen die Tiere die Grasnarben der Wiesen und die Grünstreifen an den Straßen. Sie haben es auf Fliegenlarven abgesehen, die dort überwintern“, sagt Thiele. Die nächtliche Futtersuche sei zwar eine gute Möglichkeit für die Jagd, doch ohne Schnee sei das Schwarzwild im Dunkeln kaum auszumachen.

Bei der Suche nach den Engerlingen richten die Tiere immensen Schaden an. „Unser Grünland, das direkt an den Wald angrenzt, sieht so schlimm aus wie noch nie“, sagt Altlandwirt Habermann. Sein Hänigser Betrieb hat sich auf Pferdehaltung spezialisiert. „Im Frühling müssen wir alle durchwühlten Grasnarben einebnen, damit kein Dreck ins Heu kommt. Denn wenn Pferde mit dem Futter Sand aufnehmen, besteht die Gefahr, dass sie eine Kolik bekommen“, erklärt er.

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