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Windenergieausbau wird diskutiert

Burgdorf Windenergieausbau wird diskutiert

Bei der Stadt sind bis Dienstag sieben Stellungnahmen von Bürgern zum geplanten Ausbau der Windenergienutzung eingegangen. Die Region plant, 1,4 Prozent (bislang 0,8) ihrer Fläche als Vorranggebiete für Windräder auszuweisen. 

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Die Verwaltung plädiert für eine Erweiterung der Windparks.

Quelle: dpa/Symbolbild

Burgdorf. Um einen Beitrag für dieses ehrgeizige Ziel zu leisten, schlägt Burgdorfs Verwaltung vor, die Windparks bei Schillerslage und Ehlershausen zu erweitern sowie einen neuen Standort östlich Hülptingsens auszuweisen.

Umstritten ist vor allem der Abstand der modernen, bis zu 200 Meter hohen Windräder zur Wohnbebauung. Der Entwurf des Raumordnungsprogramms geht von 800 Metern aus. Von Burgdorfern - Privatleuten wie Kommunalpolitikern - wird ein Abstand von 1500 bis 2000 Metern gefordert.

Diese Forderung erhebt auch Dieter Stümpel, der am nördlichen Ortsrand Schillerslages wohnt. Der einstige Airbus-Luftfahrttechniker schreibt in seiner Stellungnahme an die Stadt, die auch dem Anzeiger vorliegt: „Ein Mindestabstand von 1500 Metern sollte als vernünftige Basis akzeptierbar sein.“ Würde dieser reduziert, führt das nach Stümpels Ansicht zu einer gravierenden Erhöhung des Risikos für die Anlieger, und zwar „bezüglich der noch weitgehend unerforschten Negativ-Einflüsse der neuen Leistungsklassen auf die Umwelt“.

Die Bürger trügen neben diesem gesundheitlichen auch das wirtschaftliche Risiko, weil ihre Immobilien in der Nähe der gigantischen Windräder an Wert verlören, kritisiert Stümpel. Sein Vorschlag: Alles beim Alten belassen. Denn die beiden Windparks in Schillerslage und Ehlershausen mit einer Laufzeit bis 2026, die die Prokon Genossenschaft betreibt, leisteten bereits einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. „Warum nicht warten, bis Prokon in einigen Jahren dort Windräder der neue Generation baut?“, fragt der Schillerslager.

Auch der Regionsabgeordnete und Ratsherr Michael Fleischmann (Linke) plädiert für einen besonnenen Ausbau. Sorge bereite ihm, dass es bislang keine gesicherten Erkenntnisse über die Auswirkungen des Infraschalls gebe. Bis vor Kurzem hat er nach eigenem Bekunden diesbezüglich geäußerte Bedenken nicht ernst genommen. „Doch seit Dänemark - ein Pionierland in Sachen Windenergie - sein geplantes Ausbauprogramm vorerst gestoppt hat, sehe ich das anders“, sagt Fleischmann. Die dänische Regierung habe, nachdem in der Nähe von Windrädern Kannibalismus unter Nerzen beobachtet worden sei, eine „qualifizierte“ Untersuchung in Auftrag gegeben. „Deren Ergebnis sollten wir abwarten, bevor wir uns die großen Räder hinstellen“, fordert er: „Alles andere ist nicht vereinbar mit einer verantwortungsvollen Kommunalpolitik.“

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