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Amnesty-Generalsekretär besucht Burgdorf

Burgdorf Amnesty-Generalsekretär besucht Burgdorf

Seit 40 Jahren setzen sich die Ehrenamtlichen der Amnesty-Gruppe Burgdorf-Burgwedel für politisch Verfolgte ein. Sie sammeln Unterschriften für Petitionen, klären über Schicksale Gefangener auf und organisieren Demonstrationen. Zur Woche der Menschenrechte haben sie vier Veranstaltungen vorbereitet.

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Von Burgdorf aus setzt sich Erika Büchse, Sprecherin der Amnesty-Gruppe Burgdorf-Burgwedel, seit mehr als 30 Jahren für politisch Verfolgte ein.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf/Burgwedel. Der erste Höhepunkt in der Woche der Menschenrechte vom 25. bis 29. September ist der Besuch des Generalsekretärs der deutschen Sektion von Amnesty International (AI), Markus N. Beeko. "Darum beneiden uns unsere Mitstreiter der hannoverschen Gruppe", berichtet Erika Büchse, Sprecherin der hiesigen Gruppe. In Hannover sei Beeko noch nicht gewesen. Im Burgdorfer Schloss wird er am Montag, 25. September, 19.30 Uhr, über "die Lage der Menschenrechte weltweit und die Rolle Deutschlands für den internationalen Menschenrechtsschutz" sprechen.

Ein weiterer besonderer Gast, den viel mit Burgdorf verbindet, wird ebenfalls erwartet. Es ist der sudanesische Menschenrechtsaktivist Bushra Gamar Rahama. An dessen Rettung hat die hiesige Gruppe großen Anteil. Sie war an einer sogenannten 24-Stunden-Eilaktion für Rahama beteiligt. "Diese wird gestartet, wenn das Leben eines Gefangenen akut in Gefahr ist", sagt Büchse.

Die Aktion habe bewirkt, dass Rahama drei Tage später freigelassen wurde. Mit Freunden sei er dann nachts zur Grenze nach Uganda gelaufen. Wie er das mit seinen schweren Verletzungen geschafft habe, sei ihr ein Rätsel, sagt Büchse. "Von Uganda aus hat ihn Amnesty nach Deutschland geholt, wo er vier Monate lang in Burgdorf von einen Therapeuten behandelt wurde. Und zwar so erfolgreich, dass er nicht operiert werden musste", erzählt sie. Am Donnerstag, 28. September, wird Rahama in der Paulus-Kirche die von ihm gegründete Menschenrechtsorganisation Hudo vorstellen.

Angesichts der vielen Unruhen weltweit sowie der wachsenden Repressionen gegen Menschen, die dem jeweiligem Regime kritisch gegenüberstehen, wachse auch die Unterstützung für Amnesty, hat Büchse beobachtet. "Die Menschen sind sehr aufgeschlossen geworden. Sie sind eher bereit, eine Petition zu unterschreiben." Es sei auch einfacher geworden, Förderer und sogar Mitstreiter zu finden. Die Zahl der Mitglieder der hiesigen AI-Gruppe sei von neun auf 14 gestiegen.

Sie selbst setzt sich seit 31 Jahren für politische Gefangene ein. "Ich brenne immer noch dafür, auch wenn es mit sehr viel Arbeit verbunden ist", sagt sie. "Rahamas Befreiung ist ein Beispiel dafür ist, dass unsere Arbeit Erfolg hat", sagt Büchse. Kaum Erfolg hatten hingegen die unzähligen Appelle an die iranischen Machthaber, den populären Kleriker Borougerdi freizulassen. "Seit sieben Jahren setzen wir uns mit elf anderen europäischen AI-Gruppen für ihn ein." Bislang konnten sie nur erreichen, dass der von der Gefangenschaft schwer gezeichnete Mann im Januar 2017 das Gefängnis verlassen durfte. "Er steht jetzt unter Hausarrest und wird rund um die Uhr bewacht", berichtet Büchse, die ihre Informationen aus der Londoner AI-Zentrale erhält.

Eine Veranstaltung der Menschenrechtswoche findet in Großburgwedel statt: Christoph Strässer, bis 2016 Beauftragter für Menschenrechtspolitik, spricht am Freitag, 29. September, 19.30 Uhr, im Amtshof über "die Herausforderungen für deutsche Menschenrechtspolitik".

Christian Lindemann, Betreiber der Neuen Schauburg, beteiligt sich mit einem Kinoabend an der Woche der Menschenrechte. Am Mittwoch, 27. September, zeigt er ab 20 Uhr den aktuellen Film "Innenleben" - eine aufwühlende Geschichte über den Krieg in Syrien und den Versuch einer Frau, ihre Wohnung in einen sicheren Hafen zu verwandeln.

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