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Ein Schutzmantel für die Mülldeponie

Burgdorf Ein Schutzmantel für die Mülldeponie

Der Müllberg im Süden Burgdorfs wird rekultiviert. Mit den ersten Vorbereitungen will die Abfallwirtschaft aha noch in diesem Jahr beginnen. Die Bauarbeiten selbst sollen 2018/19 starten und etwa vier bis fünf Jahre dauern.

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Die Pferdekoppel liegt am Fuß der Burgdorfer Mülldeponie - der Wall im HIntergrund ist Teil des Abfallbergs. Für die Renaturierung werden alle Bäume abgeholzt.

Quelle: Anette Wulf-Dettmer

Burgdorf. Aha, der Abfallwirtschaftbetrieb der Region Hannover, ist rechtlich verpflichtet, die Deponie zu rekultivieren – zum Schutz der Umwelt vor Schadstoffen. Erreicht werden soll das mit einer mehr als zwei Meter dicken Oberflächenabdichtung. Diese soll Gasemissionen unterbinden und zudem verhindern, dass Regen und Tauwasser Schadstoffe auswaschen. „In Mülldeponien entsteht in erster Linie Methan, dessen Wirkung für das Klima 80 Prozent schädlicher ist als Kohlendioxid“, sagt Roland Middendorf, Leiter der Abteilung Abfallbehandlung.

Zudem soll die Rekultivierung dazu beitragen, dass die Deponie kein Fremdkörper in der Landschaft bleibt. Dieses Kriterium erfüllt Burgdorfs Müllkippe momentan bereits. Denn ihre Flanken sind größtenteils mit Bäumen bewachsen, sodass die Deponie nur von Weitem an ihrem kahlen Plateau zu erkennen ist. Für die Rekultivierung müssen die Bäume allerdings gefällt werden. Und es werden laut Middendorf auch keine neuen gepflanzt, damit die Dichtungsschicht nicht von deren Wurzeln zerstört wird. Vielmehr wird in erster Linie Gras für grüne Hänge sorgen.

Bevor der mehrschichtige Oberflächenschutz aufgebaut werden kann, muss der Deponiekörper laut Middendorf umgestaltet werden. Dafür sollen große Bereiche aufgefüllt andere wiederum abgetragen werden. „Geruchsbelästigungen sind nicht auszuschließen, wenn die Bagger die Ablagerungen aufreißen“, räumt er ein. „Ziel ist es, die Böschungen der Deponie so zu formen, dass ein standsicherer Dichtungsaufbau möglich ist.“

Für die Profilierung des 18 Hektar großen Deponiekörpers will aha 200 000 Tonnen Material anliefern lassen: 50 000 Tonnen – das sind rund 2000 Lastwagen – sollen noch 2016 kommen, jeweils 75 000 Tonnen – rund 3000 Lastwagen – in 2017 und 2018. Bei 200 Arbeitstagen im Jahr sind das 15 zusätzliche Lastwagen pro Tag, die das Deponiegelände ansteuern werden.

Um eine Doppelbelastung der Anlieger in den umliegenden Orten zu vermeiden, denkt aha über einen Kreisverkehr zur Deponie nach. Bevor es auf der Zugstrecke Celle–Lehrte und vor allem vor der Schranke in Aligse richtig eng wird, „müssten wir eigentlich durch sein“, sagt aha-Geschäftsführer Thomas Schwarz.

Der älteste Abfall auf der Deponie stammt aus den 1930er Jahren. Zum letzten Mal wurde Restmüll einen Tag nach der Expo im Oktober 2000 eingelagert.

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