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Spender klagen: Falscher Platz für Kinderwippe

Burgwedel Spender klagen: Falscher Platz für Kinderwippe

67 Familien hatten im September 2015 beim 1. Engenser Garagenflohmarkt ihre alten Schätze herausgerückt: Der Verkaufserlös in Höhe von 1500 Euro wurde für ein Spielgerät auf dem Dorfplatz gespendet. Doch jetzt will der Ortsrat die Kinderwippe an der Ortsdurchfahrt aufstellen.

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Dieses Beet neben dem alten Pflüg ist aus Sicht von Elisabeth Bähre (links) und Margrit Forstreuther-Künstler aus Sicht der Eltern der geeignetste Ort für die neue Federwippe.

Quelle: Martin Lauber

Engensen. Spendenzweck verfehlt! Das steht für Elisabeth Bähre und Margrit Forstreuther-Künstler fest. Sie hatten den "sozialen" Flohmarkt initiiert. "Alle wollten etwas für die Kinder auf dem Dorfplatz tun", so schildert Bähre die Motivation der Spender der Secondhand-Marktware. Besonders die Mütter seien froh gewesen, dass die Kinder in Zukunft bei Dorffesten nicht mehr nur das Denkmal zum Herumkraxeln haben. "Da gibt es immer die Angst, dass sie auf die Straße laufen."

In öffentlicher Sitzung entschied Engensens Ortsrat am 1. März, den Garagenflohmarkt-Erlös für eine Doppelwippe auszugeben und diese - vorbehaltlich des Ergebnisses einer Ortsbesichtigung - am Wunschstandort aufzustellen: im Beet neben dem alten Pflug, das nur von Efeu befreit und mit Holzschnitzeln gepolstert werden müsste.

Doch nach der Ortsbegehung vergangene Woche - ohne Spender - soll die Doppelwippe nun im Dreieck Ramlinger Straße/ Alter Postweg, also fast direkt an der Ortsdurchfahrt platziert werden. Zu wenig Sonne und zu wenig Platz bei Stürzen sprächen gegen den vorgesehenen Ort auf dem Dorfplatz - das waren die Hauptargumente, die zu diesem einstimmigen Votum führten. Aus Sicht von Bähre und Forstreuther-Künstler sind diese Gründe haltlos: In Wettmar seien Tausende Euro für ein Sonnensegel auf dem Spielplatz ausgegeben worden, auf Engensens Dorfplatz dagegen könnten die Kinder nachmittags in der Sonne wippen.

Nachträglich über neuen Standort informiert, teilte Forstreuther-Künstler Ortsbürgermeister Friedhelm Stein (WEB) ihr Unverständnis umgehend mit. "Direkt an der viel befahrenen Ortsdurchfahrt ist wohl der denkbar schlechteste und gefährlichste Platz", sagt sie. Stein ist bereit, noch mal darüber nachzudenken, ob das Spielgerät mit Rücksicht auf das ursprüngliche Ansinnen nicht doch auf den Dorfplatz gestellt werden könnte. Auf seine Rundmail an alle Ortsrat-Kollegen  - "... und dann können wir noch mal darüber reden" - konterte Fritz Papenberg (CDU) schroff: "Jetzt so lange abzustimmen, bis einem das Ergebnis passt, ist undemokratisch... Wenn ich eine Geldspende mache, kann ich auch nicht bestimmen, was mit dem Geld gemacht wird."

Mit Geldspenden von Elisabeth Bähre und Margrit Forstreuther-Künstler kann er bei dieser Haltung wohl auch nicht mehr rechnen. "Wir machen unter diesen Umständen nichts mehr für den Ortsrat", sind die beiden Frauen einig.

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Vor diesen Ruhebänken direkt an der Ortsdurchfahrt will der Ortsrat die gespendete Doppel-Federwippe platzieren. Entspannung für die Eltern, die hier mit kleinen Kindern rasten, verheißt das nicht, meinen die Kritikerinnen.

Quelle: Martin Lauber
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