Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
3-D-Papst trifft Violett

Wettmar 3-D-Papst trifft Violett

Kunst lebt nicht zuletzt vom Kontrast, vom Aha-Effekt, von Spannung. Genau das war am Sonnabend auf dem Hof Bode in Wettmar zu bestaunen, wo Figurenbauerin Line Hübotter und Maler Gunter Fehlau einige ihrer Arbeiten präsentierten.

Voriger Artikel
Drogendealer muss nicht in Haft
Nächster Artikel
Blitzschlag spaltet alte Linde

Die Puppen laden nicht nur zum Gucken ein, auch Anfassen und Spielen sind erlaubt.

Quelle: Niggemeyer

Wettmar. „Ich freue mich über die Interessierten, die sich trauen, ihren Horizont zu erweitern“, so begrüßte Gastgeberin Birgit Bode-Stüring die Gäste der Vernissage. Auch für den Hof Bode selbst ist zeitgenössische Kunst auf der Diele eine Art Premiere - abstrakte Malerei im reizvollen Kontrast mit Porträtpuppen.

Line Hübotters plastischer Kunst war es zu verdanken, dass sich Prominente wie Papst Franziskus und die komplette Garde der James-Bond-Darsteller nach Wettmar verirrten. Mit Albert Einstein, Pablo Picasso, Astrid Lindgren und Nelson Mandela hatten sich auch einige längst in anderen Sphären weilende Berühmtheiten eingefunden. „Ich fertige aber auch Porträtpuppen von Menschen wie du und ich“, betonte die Hannoveranerin lächelnd - Hand- und Stabpuppen, sogar Figuren in Lebensgröße, Büsten und Reliefs. „Ich habe das Glück, dass ich in meinem Beruf die Liebe zum Schelmischen und die Leidenschaft zum genauen Betrachten perfekt kombinieren kann.“

Wie gut sie hinzuschauen vermag, zeigte sie, als die Ausstellung vorbereitet wurde. „Da fiel mir ein Bild von Gunter Fehlau auf, das von Schwarz und Violett dominiert wird. Fast ein wenig sakral, sodass ich ihn fragte, ob ich nicht meine Papst-Puppe davor platzieren darf.“

Fehlau hatte nichts dagegen, im Gegenteil: „Das sind ja wirklich traditionelle Kirchenfarben. Es harmoniert“, so der Maler zum Gesamtkunstwerk auf Zeit, nur für die Ausstellungswoche vom Zufall geschaffen.

Fehlau selbst beschäftigt sich in seinen Bildern mit der Spannung von Raum und Fläche. Weiß und Grautöne garniert er mit dunklen, schwarzen oder violetten Kontrasten. „Es sind im weitesten Sinne Landschaftsbilder“, sagt er - aber nicht im klassischen Sinne. „Ich möchte nicht zu deutlich werden. Der Betrachter soll für sich selbst Räume entdecken, in den Bildern geistig spazieren gehen.“ Fehlau, der mit Bode-Stüring einst gemeinsam die Schulbank drückte, hatte zunächst Zweifel, ob seine Bilder in dieser speziellen Loca- tion funktionieren: „Ich bin den großen weißen Raum typischer Galerien gewohnt. Aber das Fachwerk hat seinen eigenen Reiz.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
doc6slqn371eautd2w7l5i
Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers

Fotostrecke Burgwedel: Zurück aus der Hölle des Flüchtlingslagers