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34-Jähriger gibt Schläge zu

Burgwedel/Wedemark 34-Jähriger gibt Schläge zu

Ein 34-Jähriger aus der Wedemark ist am Donnerstag wegen Körperverletzung und Bedrohung vom Amtsgericht Burgwedel zu 60 Tagessätzen à 10 Euro verurteilt worden - dank seines Geständnisses.

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Das Amtsgericht Burgwedel verurteilte einen 34-Jährigen.

Quelle: Martin Lauber (Archiv)

Burgwedel. Die 36-Jährige wirkt angespannt im Zeugenanstand. Schwer fällt es ihr, sich an die zwei Dezember-Abende zu erinnern: „Es war Alkohol im Spiel“, gibt sie zu. Immer wieder hätten sie und der Angeklagte sich freundschaftlich getroffen, etwas getrunken, auch miteinander geschlafen. „Und auf einmal ist er ausgerastet, ich weiß nicht mehr warum. Ich hatte so eine Angst, konnte nicht einmal schreien.“ Am ersten Abend drückte er sie aufs Bett, hielt ihr den Mund zu - flüchtete. Zwei Tage später stand er abends wieder vor ihrer Tür: „Ich dachte, er wollte sich entschuldigen“, sagte die Wedemärkerin am Donnerstag im Gerichtssaal, warum sie ihren Bekannten überhaupt hereingelassen hatte.

Doch anstatt sich zu entschuldigen, schlug der Mann zu - mit der Hand, mit der Faust, in ihr Gesicht, in ihren Bauch. Er schlug ihren Kopf gegen eine Metallvase, drohte, sie umzubringen, ließ letztendlich aber von ihr ab und flüchtete erneut.

Das Resultat: Schwere Prellungen am Kopf und am Bauch, ein Nasenbeinbruch und zahlreiche blaue Flecken. „Ich hatte lange Schmerzen“, beschrieb die Frau, die unter Depressionen leidet und Neuroleptika einnimmt, die Zeit nach der Tat.

Warum der Mann auf die36-Jährige, mit der er kurz vorher noch eine Liebesnacht verbracht hatte, einschlug? Dazu sagte der Angeklagte nichts - räumte aber die Vorwürfe schließlich über eine Erklärung seines Anwalts und angesichts einer Strafmilderung ein. Eben dieses Geständnis sorgte denn auch dafür, dass der arbeitslose 34-Jährige, der nicht einschlägig vorbestraft ist, nur 60 Tagessätze à 10 Euro zu zahlen hat. „Ihr Geständnis hat der Frau erspart, dass wir ihre Glaubwürdigkeit mittels weiterer Zeugen prüfen müssen“, betonte Amtsrichter Michael Siebrecht.

Denn der Verteidiger hatte in der Vernehmung unangenehme Fragen gestellt: Die diagnostizierte Schizophrenie der Zeugin kann laut Krankheitsbild Wahnvorstellungen hervorrufen. War das am Tatabend der Fall? Passen Neuroleptika und Alkohol zusammen? Warum hatte sie teils große Erinnerungslücken? Warum wurde zurzeit des Übergriffs ein Betreuungsantrag für die Frau gestellt?

„Ein Strafverfahren soll das Opfer nicht zusätzlich belasten“, betonte Siebrecht - erst recht nicht bei häuslicher Gewalt. Dass es diese gegeben habe, zeigten nicht nur das Geständnis, sondern auch die schweren Verletzungen.

Carina Bahl

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