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655 Azubis fluten Rossmann-Zentrale

Grossburgwedel 655 Azubis fluten Rossmann-Zentrale

Das Jahr, in dem Rossmann seine 2000. Filiale in Deutschland eröffnen wird, ist auch für diese Höchstmarke gut: 655 Azubis, mehr als je zuvor, haben gerade ihre Lehre begonnen. Bis Freitagmittag lernen sie die Unternehmenszentrale in Großburgwedel kennen.

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„Ihr wisst, wie ihr einen alten Mann verlegen machen könnt“: Dirk Roßmann wird nach seiner Rede von Hunderten Azubis bestürmt, die ein Autogramm haben möchten.

Quelle: Martin Lauber

Burgwedel. Für einen Stadtbummel in Großburgwedel fehlt die Zeit, für den früher üblichen Gang einmal rund um die Zentrale ist die Zahl der Azubis aus ganz Deutschland einfach zu groß geworden. Zwei riesige Trucks parken vor der eigens für die Azubi-Tage aufgebauten Zeltstadt. Darin flimmern Filme über die Leinwand - zum Beispiel über das Zentrallager in Landsberg, das viel größer ist als die Logistik in Großburgwedel. Vorträge sind im Angebot. Wer möchte, dreht eine Runde auf dem Gabelstapler, verdient sich in einem Marketing-Quiz ein großes Lebkuchenherz. Oder hängt ab im Loungezelt und quatscht.

Unternehmenssprecher Stephan-Thomas Klose spricht von einem „Initialerlebnis“: Gleich zu Beginn der Ausbildungszeit solle der Nachwuchs, der bislang nur die eigene Filiale kenne, ein Gefühl für die Größe seiner Firma bekommen. 200 000 Euro hat Rossmann sich die Einladung an alle Auszubildenden in diesem Jahr kosten lassen (siehe Kasten). Bei den Azubi-Tagen gehe es aber auch darum, den jungen Leuten die Perspektiven im Unternehmen aufzuzeigen, erklärt Sprecher Josef Lange. 80 Prozent werden übernommen. Aufstiegschancen verkörpert zum Beispiel Monika Burzan. Heute in der Geschäftsführung, hat sie wie die Azubis, denen sie von ihrem beruflichen Werdegang erzählte, ihre Karriere in einer Filiale begonnen.

Und selbst bei Dirk Roßmann lief nicht alles gleich wie am Schnürchen. Wie ein Superstar wurde der Gründer von Deutschlands erstem Selbstbedienungs-Drogeriemarkt am Nachmittag mit großem Jubel in der Zeltstadt empfangen. Der 68-Jährige erzählte im Plauderton, warum er nach zweieinhalb Jahren aus seiner Drogisten-Lehrstelle geflohen war. So lange hatte er täglich Wein aus einem 800-Liter-Weinfass in Flaschen umfüllen und verkorken müssen, per Plastikschlauch, mit Ansaugen. „Keiner von Euch wird jemals Wein abfüllen müssen“, versprach Roßmann, der sich am Ende vor Autogrammjägern kaum retten konnte.

Der Nachwuchs braucht sechs Jugendherbergen

Aus 16 Bundesländern strömten die 655 Azubis – 102 davon männlich – mit 13 Bussen nach Großburgwedel, nur die Münchener und Nürnberger kamen per Bahn. Untergebracht wurden sie in Jugendherbergen und -gästehäusern in Hildesheim, Braunschweig, Celle und Hannover. (Bereits seit dem Frühjahr sind die Übernachtungsplätze für 2016 gebucht). 170 Helfer sind seit Freitag bis Sonnabendmittag im Einsatz, sodass insgesamt 820 Personen in der 1200 Quadratmeter großen Zeltstadt von Caterern verköstigt werden müssen. Bandnudeln und Currywurst, Döner und Pizza Margherita standen (neben Müsliriegeln) zur Auswahl. Vom bisher größten Azubi-Jahrgang treten 577 in Verkaufsstellen die Ausbildung zu Kaufleuten im Einzelhandel an. Ausgebildet werden unter anderem auch Drogisten, Gestalter für visuelles Marketing, Immobilienkaufleute, Fachinformatiker, Bachelor of Arts (Handel)

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